Coco und Maya = Tiffys Babys

Irgendwie rennt die Zeit oder 24 Stunden sind zu wenig – ich weiß es nicht und komme auch nicht dahinter. Jedenfalls schickte mir Claudia bereits vor einigen Wochen den aktuellsten Stand ihrer adoptierten Zwerge und weil der Tag eben zu wenig Stunden und so weiter… hole ich die Einstellung von Fotos und Bericht hiermit nach.

Inzwischen sind Rominas Kitten im gleichen Alter wie seinerzeit Coco und Maya waren, als ihre Mutter Tiffany mitsamt dem kleinen Sohn/Bruder Kimba überfahren wurde. Dieses Erlebnis und auch das danach, als Tiffys Babys laut schreiend auf mich zuliefen, werde ich erstens niemals vergessen und zweitens stelle ich Vergleiche an. Vergleiche zwischen einer umsorgten Kindheit und einer Kindheit die keine war. Nun können Gegner wiederum behaupten, dass Katzen keine Kindheit im Sinne von Menschenbabys kennen und es außerdem schnurzegal ist, wie sie aufwachsen. Ich sehe das nicht so, da eine Entwicklung – seelisch wie körperlich – eindeutig von jeweiligen Erlebnissen abhängt.

Wie Coco und Maya im  Alter von knapp sechs Wochen fast sieben Tage alleine überleben konnten, das ist nicht nur ein Rätsel sondern auch ein Wunder. Kein Wunder im Sinne von Übersinnlichem, mehr ein Wunder der Natur und eventuell der regelmäßigen Versorgung einer Futterstelle zu verdanken. Wie dem auch sei, so war von Anfang an, nach Aufnahme der Beiden, zu spüren, dass sie ihre Mutter schmerzlich vermissen und ohne einander mit Sicherheit einen noch schwereren Start ins zweite Leben gehabt hätten.

Genug sinniert, ich überlasse nun Claudia das Wort, für das ich mich sehr bedanke!

Neuigkeiten von den großen Zwergen:

Viel zu viel Zeit ist vergangen, seid dem letzten Bericht. Ja und  die Zeit, die Beiden als Zwerge zu bezeichnen, neigt sich definitiv dem Ende entgegen. Sie wiegen mittlerweile jede mehr als 2 kg und sind immer noch furchtbar verfressen. Coco hat ihre Schwester überholt und wiegt jetzt sogar etwas mehr als Maya. Wenn meine Spanierinnen ihre Näpfe nicht verteidigen, werden diese einfach mit leer gemampft. Lilly guckt dann immer so pikiert und Jule beschwert sich maunzend, während die Zwerge vollgefressen mit kugelrundem Bäuchlein, sich putzend und gelegentlich laut rülpsend in der Ecke liegen.

Die Raufereien untereinander werden weniger und die Versuche, mit den Großen zu spielen häufen sich. Neulich hat Maya tatsächlich Jule durchs ganze Haus gejagt. Oder hat Jule sich jagen lassen? Egal, die zwei hatten sichtlich Spaß bei dieser wilden Hatz. Und neulich am frühen Morgen, ich konnte meinen noch verschlafenen Augen kaum trauen: Da leckt Lilly der Maya mal kurz übers Gesicht, während alle auf das Frühstück warten (juhu, es wird friedlich!). Am nächsten Tag war dann aber alles wieder normal und Lilly hat die Kleinen wieder angefaucht.

Auch wenn die Zwei immer selbständiger werden, so bleiben sie doch sehr anhänglich und folgen mir mitunter sogar unter die Dusche – das aber wohl eher aus Versehen, bei dem Versuch, auf dem Wannenrand zu balancieren. Aber lustig ist es allemal so ein nasses Kätzchen.

Aber lest selbst, was die Zwei so treiben: Wann immer es das Wetter zulässt, toben wir im Garten. Wir starten auch erste Ausflüge über die magische Grundstücksgrenze hinaus  – also in die wirklich große weite Welt. Inzwischen dürfen wir auch raus, ohne dass Frauchen hinter uns herläuft. Aber am schönsten ist es unter der Terrasse. Da kann man sich stundenlang verstecken, während Frauchen rätselt, wo die Kätzchen sind.

Im Garten findet sich auch allerhand lustiges Zeugs zum spielen: Lehmklumpen, Steinchen und Fellbüschel (Anmerkung vom verwirrten Frauchen: vermutlich aus einem Mäusenest unter der Terrasse). Das wird dann ins Haus geschleppt und da verteilt. Damit Frauchen auch was davon hat. Die Garage ist aber auch toll. Da kann man sich super mit Spinnweben dekorieren.

Neulich sind wir im Regen rausgeflitzt, obwohl Frauchen das blöd fand und irgendwie nicht begeistert war, als wir dann mit stachelig nassem Fell mit  ihr kuscheln wollten.

Den Streunerkater Emil haben wir auch schon kennen gelernt, als er sich sein Abendessen abholte. Oh Mann ist der riesig!!! Maya ist total furchtlos auf in zu und hat in angefaucht. Hat ihn seltsamerweise aber gar nicht beeindruckt. Er hat in aller Seelenruhe gemampft, seine Kontrollrunde gedreht und wollte wieder raus.

Und wenn nachts alles schläft, wird halt drinnen im Wohnzimmer gespielt. Da müssen dann auch mal Teelichte herhalten. Die kann man am Docht aus ihren Haltern zupfen und auseinander nehmen. Dann kann man das schöne durchgefärbte Wachs (ja, es waren die guten blauen Teelichte von dem schwedischen Möbelhaus meines Vertrauens) prima in den hellen Teppich einmassieren. War das ein Spaß! Und  Frauchens Gesicht erst, als sie die zerkauten Reste fand und erst gar nicht wusste, was das da war – hihihi.

Das Umdekorieren klappt dennoch leider nicht so gut, wie wir uns vorgestellt hatten. Frauchen hat zwar den doofen Bilderrahmen weggeräumt, den wir zerschmettert hatten – Sonntag frühmorgens selbstverständlich, damit Frauchen nicht verschläft – aber der ganze andere Nippes steht tatsächlich noch rum. Nur auf Teelichte verzichtet sie – mhm seltsam. Aber wir geben uns weiter Mühe: Z.B. beim Fliegenjagen, da kann es dann schon mal passieren, dass die ein oder andere Tisch-Lampe der Schwerkraft folgt und die Fensterbank verlässt. Tja, schade, das tuuuut uns aber leiiiid – hihihi.

Nur bei den Tapeten hört der Spaß offenbar auf. Da schimpft Frauchen tatsächlich mit uns und seufzt immer: „Wenn Ihr groß seid, kann ich hier renovieren!“ Dann tun wir so, als wären wir tief betroffen, schauen sie mit großen Äuglein an und schnurren ihr was vor. Das haben Menschen offensichtlich sehr gerne, denn dann ist sofort alles wieder gut. Kuscheln ist sowieso immer gut – für Katz` und Mensch!

In diesem Sinne hocken wir abends immer mit Frauchen auf dem Sofa und immer öfter sitzen die großen Miezen auch dabei. Neulich ist Coco mit Anlauf auf Frauchens Schoß gehopst, hat Lilly, die neben Frauchen lag, als Trampolin benutzt und ist auf der Sofalehne gelandet. Lilly war gar nicht böse, sie war wohl total perplex über díese Frechheit. Frauchen hat Lilly dann sehr gelobt, dass sie nicht gefaucht hat. Wir sind auch froh, dass Lilly nicht mehr schmollt, weil das Frauchen dadurch traurig war. Wir dachten schon, wir müssten die Koffer packen und wieder ausziehen. Aber jetzt ist alles gut und wir haben viel Spaß in unserem Zuhause. Danke, dass wir hier sein dürfen. Hier gehen wir nie mehr weg!!!

Tja, ich gebe Euch auch nicht mehr her! Auch wenn man manchmal gute Nerven braucht mit so einer fidelen Katzenschar. Da ist schließlich immer was los. Aber jeden Tag denke ich auch, dass es ein kleines Wunder ist, dass Ihr hier gesund und munter herumtobt.

Und Coco wird auch immer selbstständiger: Sie braucht ihre Schwester nicht mehr zum nuckeln – das schafft sie jetzt schon ganz alleine am eigenen Bäuchlein. Tja, das wird wohl eine Angewohnheit bleiben, welche aus der schlimmen Zeit des Alleinseins stammt und sich so schnell nicht abgewöhnen lässt. Aber warum auch? Solange es keine gesundheitlich schädlichen Folgen hat! Aber außer einem nassen Fell am Bauch und herzhaften Rülpsern habe ich noch keine Nebenwirkungen festgestellt.

Umso mehr kann  ich Dir, Sabine, gar nicht genug danken, dass Du eine solche Beharrlichkeit in Sachen Tierschutz hast. Und das bei den vielen schlimmen Erfahrungen, die Du leider auch immer wieder machen musst. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, auch dunkle Stunden zu überstehen und vor allem wünsche ich Dir, dass Du auch noch viele schöne Erlebnisse mit „Deinen“ Tieren hast. Denn diese schönen Seiten sind es doch, die einen motivieren, weiter zu machen.

3 Kommentare zu “Coco und Maya = Tiffys Babys

  1. Danke für den schönen Bericht! Sind ja so hübsche Katzen geworden, wie zu vermuten war und so eigen. Lilly und Jule ist aber auch Schätzchen!

    Das hier:

    Wir sind auch froh, dass Lilly nicht mehr schmollt, weil das Frauchen dadurch traurig war. Wir dachten schon, wir müssten die Koffer packen und wieder ausziehen.

    kann ich gut nachvollziehen, als wir mal eine Fundkatze hatten, wurde die Familienkatze Felix sowas von neurotisch, verweigerte fast zwei Wochen jede Nahrung, verkroch sich oder fauchte-kurzum, war nicht sie selber, deshalb waren wir gezwungen, für das Kätzchen ein anderes (gutes) Zuhause zu suchen

  2. Danke Bettina.
    Ja, seinerzeit hatten wir alle das Herz in der Hose, ob es denn klappt oder nicht. Kann immer schief gehen, aber dann muss man sich um Alternativen kümmern, wie Ihr es gemacht habt. In diesem Fall war eh enorm viel Glück im Spiel, von daher konnte es eigentlich nicht schief gehen. 😉

  3. Ist das schön zu lesen! 🙂
    Es hat alles so schlimm angefangen und endet mit einem wirklichen Happy-End, das erlebt man auch nicht so oft, einfach toll!
    Die beiden haben sich aber auch rausgemacht, echt Hammer!
    Und Blödsinn ohne Ende im Sinn, richtig so!
    Das mit dem Nuckeln finde ich auch nicht schlimm aber aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass es doch irgendwann mal aufhören kann.
    Mein Pascha, den ich bereits mit geschätzten 5-6 Wochen übernehmen musste, hat anfangs alle Stofftiere angenuckelt. Es hat lange angehalten aber irgendwann hat er es einfach nicht mehr gemacht 😉
    Schlimm hätte ich das aber auch nicht gefunden!

    Ach ja, Sabine, ich teile Deine Meinung bezüglich der „Kindheit“ eines Katzenwelpen. Natürlich werden sie (wie alle anderen Tierkinder ebenfalls) durch ihre Umwelt, Erlebnisse und Erfahrungen geprägt!
    Und wer das nicht glaubt oder das albern findet … auch egal, oder? 😉

    Liebe Grüße,
    Sylvia

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