Angefahrenes Kaninchen

Das kam am Freitag hinzu und  Ablauf bestand aus dem üblichen Ritual: Sehen, Registrieren, Anhalten, Einpacken, Weiterfahren und eine halbe Stunde später beim Pförtner einer Firma abstellen, bis die notwendige Zeit blieb um zur Tierklinik zu fahren. Es ist immer wieder dasselbe und ich finde einfach keine Worte mehr.

Angefahren wie eine Stück Dreck und liegen gelassen, verzweifelt zappelnd und versuchend über den Bordstein auf die lockende Wiese zu gelangen – in vermeintliche Sicherheit, wo ein sehr lang dauernder Sterbeprozess warten wird.

Aber keine Chance, da die Hinterläufe nicht mehr mitmachen und es wird ein kürzer dauerndes Sterben im Rinnstein werden, mit aufgerissenen Augen voller Panik und pochendem Herzen, da auch ein Kaninchen sieht und begreift, wie Reifen, Autos, Baustellenfahrzeuge und Bagger haarscharf an ihm vorbei brettern. Der übernächste Idiot trifft!

Ich könnte nur noch kotzen. Der Tod ist nicht schlimm, aber das Sterben. Ich kenne niemanden, der davor keine Angst hat. Und genau solche Zeitgenossen fahren ein Lebewesen in Grund und Boden, denken nicht weiter – nur an sich, sich und nochmals an sich! Was seid ihr doch alles kleine Schwachmaten, die ihr nicht einen Funken Mumm habt! Genug aufgeregt, kleines Kaninchen liegt nun unter der Erde. In der Tierklinik kam man auch hier lediglich zu dem Ergebnis, dass die Wirbelsäule beschädigt und kein Gefühl in den Hinterläufen festzustellen sei. Ich konnte mich überzeugen, da ich dabei war und auch bei der Erlösung, die übrigens lange dauerte. Das Herz kämpfte.  Das Tier hatte zahlreiche Wunden aufzuweisen, sei es an den Hinterläufen oder am seitlichen Körper. Ich möchte nicht wissen, wie es nach dem Aufprall über diese beschissene Straße rollte und dennoch LEBTE!

7 Kommentare zu “Angefahrenes Kaninchen

  1. Einfach Klasse was du machst, und wozu du fähig bist!
    Du scheinst dazu berufen zu sein, Wildtiere von der Straße kratzen zu müssen!
    Anders kann ich es mir nicht erklären, warum du immer wieder solch schlimme Erfahrungen machen must!
    Wenigstens müssen einige auf so schreckliche Art und Weise angefahrene Tiere nicht einen langdauernden Tod sterben, oder das sie noch öfter von solchen Spinnern überrollt werden, die sich warscheinlich noch eins ins Feustchen lachen das sie wieder eins erwischt haben!
    Ich wünsche das die Autofahrer die sowas mit absicht machen ( Weil es giebt sicher auch Menschen die nicht mehr ausweichen konnten, denk an Sascha dem schon 2 mal ein Reh vors Auto gelaufen ist ) alle irgentwann mal die Gerechte Strafe bekommen!!! Sascha hat damals auch beide male angehalten und die Polizei gerufen! Und so sollte es auch sein!!!!
    Das schlimmste Erlebnis das Sascha mal hatte, als er noch jede Nacht nach Kassel fahren muste war, das unmittelbar vor ihm eine Wildschweingruppe überfahren wurde, und er konnte auch nicht mehr anhalten und muste drüber fahren! Das war auch auf der Autobahn! Das muß schrecklich gewesen sein!
    Ach lass uns aufhören! Alles einfach nur schlimm!

    Was aber schön ist, ist das wir uns am kommenden Samstag sehen! Darüber freue ich mich schon sehr!
    Liebe Grüße Heike.

  2. „Ich könnte nur noch kotzen.“
    Was anderes fällt mir dazu auch nicht ein! … und mir geht es immer genauso.
    Ich kann auch nicht vorbeifahren und da ich zur Arbeit über Land fahre habe ich schon so manches Tier von der Fahrbahn geräumt, die meisten waren schon tod, mit anderen bin ich zum Tierarzt oder in die Tierklinik gefahren.
    An solchen Tagen kann keiner mehr was mit mir anfangen, so fertig bin ich dann. Wenn ich solche Tiere finde tut mir das regelrecht körperlich weh. Sabine, ich denke, du kannst das nachvollziehen …

    Traurige Grüße,
    Sylvia

  3. Mir geht dieser Artikel seit Tagen schon nach, weiß gar nicht, was ich schreiben soll… 😦 Zum Glück musste ich bisher noch keine Fellnase im „Todeskampf“ aufsammeln und ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, wenn… Früher bin ich ja täglich über 120 km (hin und zurück) „über Land“ gefahren, aber momentan ja nur in der Stadt. Leider gibt es ja auch Viele, die Hasen, Igel, Katzen… mit voller Absicht an- oder überfahren. Über solche Menschen könnte ich einfach nur kotzen!!!
    Traurige Grüße,
    Nadine

  4. Ja, somit wisst zumindest Ihr, wie es ist und gehen kann. Danke Euch!

    Nadine, das letzte Kaninchen (was ich fand) kam bereits eine Woche später, vergangenen Freitag. Mittlerweile fürchte ich zu Langweilen, wenn immer und immer wieder über das (scheinbar) selbe berichtet wird. Dieses Kaninchen zitterte am ganze Leib, wie im Todeskampf. Das hat gedauert und hätte eventuell noch ewig gedauert – oder auch nicht, da bereits Krähen Nahrung sahen.
    Ich weiß nicht, was besser ist.

    Liebe Grüße
    Sabine

    • Liebe Sabine,
      das ist so schrecklich! Ist es denn immer die gleiche Straße bzw. das gleiche Gebiet, wo Du die Kaninchen findest? Das ist ja schon nicht mehr „normal“, so viele Kaninchen, wie da anscheinend angefahren werden. 😦
      LG Nadine

  5. Nein, das waren bisher unterschiedliche Straßen. Mittlerweile habe ich schon Angst mich ins Auto zu setzen.
    Gestern lMittag lag ein (hoffentlich) toter Fuchs neben einer Auffahrt. Als ich abends erneut vorbeikam, war er beseitigt. Darum wird sich gekümmert, denn das ist schließlich „bääähhhh“, so ein großes, totes Lebewesen. Kann man der Menschheit nicht zumuten!

    Liebe Grüße
    Sabine

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