Futterstellen und ihre Lagen

Futterstellen und ihre Lagen, beziehungsweise die Lebensumstände vieler frei geborener Katzen.

An solch einer Stelle füttere ich in Vertretung, wenn Frau N. in Urlaub fährt oder wie in den momentanen Tagen, Freitag, Montag und  Dienstag, wo eine Großveranstaltung abends keinen Zugang zulässt. Nur morgens bis 11.00Uhr, wo nach einer Gesichtskontrolle per Ordnungsamt oder Polizei der Eintritt zu dieser Straße gewährt wird.

Die Katzen leben dennoch weiter und müssen versorgt werden. Man könnte das als Grund angeben, aber wer will das hören? Da ich unter der Woche um 7.00Uhr durch diese Straße fahre, ist es momentan wieder einmal meine Aufgabe zuzusehen, dass keines der  Tiere verhungert. Das Wochenende wird von der Katzennothilfe  geregelt, bei der sich Frau F. in die Nähe fahren lässt und den restlichen Weg zu Fuß schaffen wird.

Ich kann und möchte nicht viel von dieser Stelle erzählen, weil es das Tabuthema dieser speziellen Firma ist und dennoch muss ich meiner Wut Luft machen.

Eine Fabrik, von der jeder Außenstehende lediglich die Front sieht. Bis hierher und nicht weiter.

Vor fünf Jahren fand ich eine tote und noch junge Katze vor einem LKW liegend auf der Straße. Ich legte sie in eine Wiese und wunderte mich, wo dieses Tier herkommen konnte. Ein Industriegebiet ohne Umfeld, lediglich Fabriken und ein Fahrweg. Bis sich eines Tages eine neue Mitarbeiterin der Firma an den zuständigen Tierschutzverein wandte und sozusagen um Hilfe rief. In ihrer Arbeitsstelle liefen Unmengen von Katzen herum und auch viele Babykatzen, das könne nicht so weitergehen. Frau N. wurde somit offiziell zur Stelle gerufen, da diese Mitarbeiterin kein kleines Licht darstellte oder diese Maßnahme initiierte ohne zu wissen, was sie da anrichtete. Das alles weiß ich nicht genau. Ich weiß nur, dass sich kein Fremder auf dem Gelände aufhalten darf, viele Babykatzen untergebracht, fast alle Katzen kastriert werden konnten. Frau N. blickte seinerzeit in das Interne dieser Firma, wo sich außerhalb der Bürogebäude Schmutz, Käfer und Katzen aufhielten. Deshalb musste Frau N. eine „Futterstelle“ einrichten, da sie die Katzen nach der Sterilisation nun einmal kannte und niemand sonst sie versorgen durfte und immer noch nicht darf. Das steht angeblich auch in den Arbeitsverträgen und nur eine Handvoll Arbeiter kümmert sich hin und wieder um die Katzen und macht sich sozusagen strafbar.

Und genau das ist der Punkt über den ich nachdenke.

Strafbar machen für was?

In dieser Firma wurde jahrelang zugesehen wie sich Katzen vermehren, eventuell krank wurden, sich eventuell in Ecken verkrochen und krepierten. Auch das kann ich nicht beweisen, lediglich vermuten. Aber kann bei solchen, selbst gemachten Problemen ein Geschäftsführer oder ein Aufsichtrat – oder wer auch immer dafür zuständig ist – hergehen und solche  Regeln aufstellen? Das sind keine offiziellen Regeln, im Gegenteil. Es wurde  zugesehen wie sich Tiere vermehren, die laut Gesundheitsamt in einer Lebensmittel herstellenden Firma nicht leben dürfen. Die, die, von Giftködern lahm gewordenen, Ratten und durch Korn angelockten Tauben allerdings preiswert beseitigen sollen. Deshalb gab es vor einigen Monaten auch kein Theater, das wurde regelrecht unter den Teppich gekehrt. Ein Zertifizierer kam, kontrollierte und vergab Punkte. Bei dieser Begehung wurde ein Futternapf entdeckt und schon gab es Punkteabzug. Von da an wurde jeder Napf, den Frau N. wie jeden Abend, an bis dahin geheimer Stelle, deponierte, entsorgt. Ob noch gefüllt oder bereits geleert. Sie fragte mich, was man tun könne und ich fragte einen freundlichen Mitarbeiter aus dem Büro, den ich täglich aus einem anderen Grund treffe. Ich war erstaunt, denn er schüttelte sogleich mit dem Kopf und meinte: „Das ist das Tabuthema der Firma, da beiße ich auf Granit. Speziell unser Geschäftsführer lässt darüber nicht mit sich reden.“

Frau N. verlagerte die Futterstelle, hoffte, dass die Katzen diese finden werden und klar wie immer: Katzen sind nicht dumm. Wie viele es noch sind ist unklar. Drei Dosen Futter werden täglich verputzt.

Einzige Möglichkeit

Seitdem haben wir also eine andere Stelle und hin und wieder sehe selbst ich, die als Versorger den dortigen Tieren fremd ist, eine der existierenden Katzen. Sie laufen durch den Dreck, sind absolut scheu – und niemand kann mehr tun?  Man muss sich auf das Gelände schleichen wie ein Indianer oder doppelt so schnell sein. Bedeutet auf das Gelände fahren, gefüllte Futterschale bereithalten, aussteigen, hinlaufen, absetzen und weg. Gesehen wurde ich auch schon und sofort angebrüllt, weil  ich keinen Zugang habe. Da sich die hinweisende Mitarbeiterin zurückgezogen hat oder nicht mehr dort angestellt ist, wird man keine weiteren Auskünfte erhalten

Hat jemand Ideen, wie man gegen solch einen Schwachsinn angehen kann?

3 Kommentare zu “Futterstellen und ihre Lagen

  1. Liebe Sabine,
    ich habe leider keine Idee, aber finde es eine Frechheit, dass man sich hier wohl strafbar macht, wenn man armen, hilfebedürftigen Lebewesen hilft. Aber so ist unsere Gesellschaft nunmal… *heul*
    Traurige Grüße,
    Nadine

  2. Mir fällt aus der Entfernung auch keine Lösung ein, Sabine – bei diesem Betrieb muß man ja wohl befürchten, dass der Geschäftsführer den geringsten Anlass nutzen wird, um die Katzen einfach zu beseitigen. 😦

    LG Christina

  3. Hm, wer ist Frau N.?
    Mir fällt nur das Ordnungs- bzw. Veterinäramt ein.
    Auf jeden Fall unhaltbare Zustände und ich werde Menschen (?) wie diesen Geschäftsführer nie verstehen 😦
    Traurige Grüße,
    Sylvia

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