Futterstellen und jahreszeitliche Begegnungen

Als ich über die „schlimme Stelle“ berichtete, da ging es eigentlich nur um das Umfeld an sich. Seit Oktober letzten Jahres gibt es diese Futterstelle erst, und  ich hatte dort noch keinen Sommer erlebt. Einen Sommer mit der gewohnten und überall stattfindenden Fliegenplage, die sich an dieser Stelle   jedoch zum kleinsten Übel herab schrumpfte. Einen Sommer unter einem Holunderbaum und neben Brombeerbüschen, wo sie in Scharen Halt machen, die Marmeladeneinkocher und Schnäpschenbrenner – das ist etwas völlig Neues. Da wird bequem vor der „Haustür“ geparkt, sogar eine Leiter aus dem Wagen gehievt und gesammelt, was die Natur bietet. Es ist eine Phase, das ist klar, irgendwann wird keine Holunderdolde mehr am Baum hängen, die Stelle wird uninteressant werden, aber kommt man zur gewohnten Zeit und will die Futterstelle versorgen, dann stehen sie da und pflücken und reißen. Ich könnte hergehen und den jeweiligen Leiterkletterer bitten Obacht zu geben, weil sich genau unter seiner Begierde eine Futterstelle für Katzen befindet, aber das tue ich nicht, da jeder Wissende ein Katzenfeind sein könnte. Somit fahre ich weiter, zur nächsten Stelle und warte ab, bis ich unentdeckt bleiben kann.

Für jeden von Euch wird ein Bild vor Augen erscheinen, wenn er sich diese kleinen und großen dunkelroten Beeren vorstellt, die nach einer Pflückattacke  überall verstreut und zermatscht herum liegen. Inklusive der Äste und Blätter. Somit ist Saubermachen angesagt – man hat ja sonst nichts zu tun.

Ebenso eine Phase sind des Gärtners größte Feinde, die Nacktschnecken. Um die 30 Grad am Tag und während der Nacht Regen. Das ideale Klima, um Schnecken zu animieren in Partylaune zu verfallen. Es ist Natur, es sind Lebewesen, es sind Schnecken, es sind Tiere. Das muss ich mir ständig einhämmern, wenn ich bereits weiß, was mich erwartet. Eine absolut versaute Futterstelle, für die es keinen schlimmeren Vergleich gibt.

Das Trockenfutter ist unbrauchbar geworden, die Kiste muss ausgewaschen und getrocknet werden. Es hilft kein Wedeln mit der Hand, obwohl auch dieser verzweifelte Versuch eine Horde Fliegen nur für den Moment abschreckt. Schnecken bedeuten richtig Arbeit. Und keine dieser Schnecken kann ich töten, somit kommen sie mitsamt dem am Abend vorher noch trockenem Futter weit entfernt auf eine Sammelstelle, wo sie die Reste des verdorbenen Trockenfutters offiziell bearbeiten können.

Eine halbe Stunde später und eine halbe Küchentuchrolle weniger, sieht es für den Rest des Tages wieder angenehm aus.Mit nur wenig Trockenfuttter , denn tagsüber traut sich kaum eine Katze hier hin.

Aber es ist warm, die Fliegen werden Eier legen, für heute Abend ist Gewitter angesagt…

Wie war das noch mit  Sisyphos und seinem Felsbrocken?

Das folgende Foto machte ich am Freitagabend als es bereits dämmerte, keine Fliegen in Sicht waren und die Nacht versprach kühl und trocken zu werden. Somit gab es nach Tagen auch wieder Nassfutter. Als ich soeben das Foto verkleinerte, erst da sah ich das Katzenauge, das ich, ohne die (schwarze) Katze bewusst zu sehen, mitfotografiert hatte:

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7 Kommentare zu “Futterstellen und jahreszeitliche Begegnungen

  1. Liebe Sabine,
    ich kann mir sehr gut vorstellen, welche Arbeit es für Dich bedeutet und finde es gut, dass Du keine der Schnecken tötest. Mein Schwiegervater fährt seine „Gartenschnecken“ auch immer in den Wald. 😉
    Es ist ein Kampf mit dem Wetter, im Sommer macht es die von Dir hier aufgezeigten Probleme und im Winter ist es ja leider auch nicht besser. 😦 Es ist so wundervoll, wie Du für die Samtpfötchen kämpfst. Ich kann es nicht oft genug sagen.
    LG Nadine

  2. Ach du sch… 😦
    Das ist echt eine Sauerei, aber töten kann ich sie auch nicht 😉
    Als ich gestern im Haus war, waren sie auch überall auf den Wegen.
    Ich habe den Bauschutt im Slalom in den Container getragen 😉
    Gibt es denn nichts, was die Viecher abhält, ohne sie direk zu töten?
    Ich muss mal googlen …
    Liebe Grüße,
    Sylvia

    PS: Wo ist denn auf dem letzten Bild ein Katzenauge?

  3. Ich noch einmal 😉

    „Sägespäne um die zu schützenden Stellen legen hilft.“

    Keine Ahnung, ob es stimmt, habe es hier gefunden:
    http://www.nacktschnecken.net

    Dann gibt es da noch die „natürlichen“ Feinde:
    Blindschleichen
    Eidechesen
    Enten
    Frösche und Kröten
    Glühwürmchen
    Grabkäfer
    Hühner
    Igel
    Laubkäfer
    Laufenten
    Salamander
    Schlangen
    Vögel (Elster, Amsel, Drosel, Stare, Eulen)

    Liebe Grüße,
    Sylvia

  4. @Nadine, Dein Schwiegervater ist mir sehr sympathisch!!
    Den hätte ich gern. 🙂
    Was jetzt die Schnecken etc. sind, wird kurz danach Väterchen Frost arrangieren, es ist eben ein Kreislauf ohne Ende.

    @Sylvia, die Sägespäne klingt gut und machbar! Ich hatte schon vorgehabt irgendwie Schmirgelpapier in die Kiste zu kleben, aber das ist aufwändiger als Sägespäne.
    Natürliche Feinde Igel, einen gab es, bis er überfahren wurde.
    Vögel, Elstern, Enten, dafür ist die Stelle zu versteckt, da kommen die nicht ran.
    Der Rest klingt lustig, wenn man sich die Begebenheiten vorstellt. Ich denke, Laub – und Grabkäfer würden erst einmal selber übers Futter herfallen.

    Danke für Deine Mühe, jedenfalls ist Sägespäne in der engeren Wahl!

    Danke Euch Beiden!

    Liebe Grüße
    Sabine

  5. @Sylvia, das Katzenauge ist nach langem Hinsehen gar keins, oder? Das kann auch ein Teil von dieser Schranktür sein, die oben drauf liegt. Ansonsten meine ich das Helle runde, kurz unter dem dünnen Baumstamm.
    Pahh, ich werd noch meschugge!

  6. Diese braunen Nacktschnecken (Spanische Wegschnecke) sind aber auch aus der Hölle , die sind so furchtbar vital.Schmirgelpapier werden die etwas mehr einschleimen und dann gehts weiter …
    Wenn man die nicht töten will, ist man ihnen wohl ausgeliefert. Im Wald findet sie so manches Tier, dass sie fressen möchte, auch sollen die nicht so an Wildpflanzen gehen, lieber die schmackhaft gezüchteten Gartenpflanzen. Aber die legen 200 bis 400 Eier je Schnecke und hier sehe ich schon keine schwarzen Wegschnecken mehr (die nur bis 150 Eier legten), seit diese Biester aufgetaucht sind.
    Da sie auch Aas fressen, ist Katzenfutter für die wohl wie eine Bierfalle ohne Tod.

  7. Hallo, ich musste ein wenig schmunzeln, als es um die Nacktschneckenplage ging 😉 Ich hatte dieses Nacktschneckenproblem ebenfalls in meinem Schrebergarten. Die Ganze Zucht ist mir dadurch ständig kaputt gegangen. Diverse Tricks hatte ich dabei dann mal getestet und paar waren doch ganz hilfreich muss ich sagen. Besonders die Bierfalle fand ich ganz nett um diese Biester loszuwerden. Ich bin bei der Recherche auch auf folgender Seite gelandet, dort waren paar echt gute Tipps. Genau richtig wenn man Nacktschnecken bekämpfen will. http://www.schrebergarten-tipps.de/garten-gemuese-nacktschnecken-bekaempfen

    Viele Grüße
    Christin

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