Futterstellen und das Wetter

Ja, das Wetter, Gesprächsthema Nummer eins, wenn es peinlich wird, weil  kein anderes Thema Sinn ergibt. Häufig kommt das Wetter auch aus einer Misslaune zur Sprache, so wie in der vergangenen Woche, als ich aus klimatisierten Büros oft zu hören bekam: „Boah, ist das kalt, und das nennt sich Sommer?“

Mal abgesehen davon, dass Mensch zum Glück nichts, aber auch gar nichts gegen das Wetter unternehmen kann, musste ich mich mehrmals rechtfertigen, weil ich den Wind und den Regen und die angenehme Kühle grundsätzlich ganz toll finde. Ich sagte dann immer lächelnd: „Hey, ist wie Wetter auf Sylt.“

In Wirklichkeit meinte ich: „Hey, ist ein Wetter ohne Fliegen“. Aber das nur unter uns…

Jedenfalls war es herrlich, da Futterstellen nicht nur mit den Jahreszeiten sondern auch mit dem Wetter und seinen Begleiterscheinungen leben.

Gab es in der vorletzten Woche bis hin zum vergangenen Dienstag keine Möglichkeiten Feuchtfutter anzubieten, so war die einbrechende Kühle die Gelegenheit. Da wurde ich am ersten Abend regelrecht euphorisch, füllte Schale um Schale, weil ich wusste, dass auch die Katzen darauf warteten.

Und es wurden komplett gefüllte Schalen bis auf den letzten Tropfen leer geputzt, drei  kühle Tage lang, wobei am dritten Tag jeweils ein Rest übrig blieb, was mir die Gewissheit gab : Gesättigt.

Und jeder, der Katzen kennt und sich mit deren Gewohnheiten befasst, wird selber wissen, dass Katzen bei Temperaturen um die dreißig Grad kaum Hunger haben. Bei schwülen Witterungsverhältnissen ist es außerdem nicht möglich, den wilden Katzen, die sich nur nachts zur Futterstelle trauen, Nassfutter hinzustellen. Bei wilden Katzen kann außerdem  niemand kontrollieren ob und wann sie Hunger haben, somit muss eine Gesunderhaltende Alternative geboten werden, da Vorsorge für kommende Winter betrieben werden muss. Diese frei lebenden Tiere, erst recht wenn es ihnen schlecht gehen sollte, haben keine Möglichkeit einen warmen Platz oder Hilfe zu finden. Speziell vor Hilfe scheuen sie zurück, das weiß ebenso jeder, der je ein verletztes oder krankes Tier einfangen wollte.

Bei den zahmen Tieren stellt das alles kein Problem dar. Sie sind pünktlich und futtern, die übrig gebliebenen Reste erhalten Möwen oder Elstern. Aber in Wärme Futter stehen lassen funktioniert nicht, da sofort Insekten darüber herfallen.  Somit muss eine Alternative gefunden werden, die sich in Form von Trockenfutter anbietet. Trockenfutter und sauberes, ständig frisches Wasser. Die Inhaltsangaben auf Schachteln und Beutel las ich am Anfang durch, wie jeder von uns, und hoffte, dass es gesundes und ausgewogenes Alternativfutter sein würde, doch im Laufe der Zeit erkannte ich Unterschiede, die vielleicht kein Hersteller ahnt. Im Grunde ist es leicht zu erkennen, da sich auf „Billigfutter“, was ich aufgrund der Inhaltsangaben ausprobierte, keine Fliege und kein Ohrenkneifer herablassen würden. Geschweige denn eine Samtpfote, die die Marke Royal Canin „Outdoor“ schmecken lernte.

Ja, ich weiß, einmal gelockt und für immer verdorben, aber ich stehe dazu und habe erst dann ein gutes Gewissen, wenn die Vierbeiner gut versorgt sind. Nicht nur für Heute, sondern auch für Übermorgen. Ich sehe es, wenn ich zwei verschiedene Sorten getrennt in eine Schale fülle. Garantiert ist die Menge Royal Canin verputzt worden, während die andere Hälfte unangerüht blieb. Fliegen legen ihre Eier auch auf Trockenfutter, bei Regen wandern  Schnecken ebenso gerne hindurch, was eine Entsorgung des Futters mit sich bringt, aber es bleibt wie es ist: Qualität muss her.

Somit rechne ich einfach nur um, da die nicht benutzten Dosen in qualitativ gutes und dementsprechend teures Trockenfutter umgesetzt werden.

Mein Dank geht an die hinweisende Emmiken, die mir, hinsichtlich meiner internen Debatte über Trockenfutter, ganz einfach die Augen öffnete:

Nee, sorry, aber das mag ich nicht.

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4 Kommentare zu “Futterstellen und das Wetter

  1. Hihihi… und da meint man, nur die Stubentiger seien verwöhnt! 😉 Aber RC ist auch nicht gleich RC: Habe jetzt eine andere Sorte gekauft als bisher und zwar das „Indoor“ und meine Beiden verschmähen es. Aber da müssen sie nun durch, da ich TroFu ohnehin nur für zwischendurch gebe. So vermische ich es derzeit mit Orijen und Perfect Fit und versuche, Kimba und Selena damit zu überlisten. 😉
    Vorhin klappte es ganz gut, aber warten wir es ab! 🙂
    Übrigens, in Bezug aufs Wetter freue ich mich über jeden weiteren „kühlen“ Tag, denn damit ist dieser ein verlorener Tag in puncto Hitze! Und der nächste Herbst kommt ganz bestimmt. 😉
    Liebe Sabine, ich bewundere Deine Arbeit so sehr! Kann es gar nicht oft genug wiederholen! 🙂
    LG Nadine

  2. Nadine, schön, somit haben wir also noch eine Gemeinsamkeit und mögen keine Hitze. 😉
    Das mit dem Verwöhnen geht in der Tat sehr, sehr schnell, darauf scheinen alle Lebewesen spezialisiert zu sein.
    Das Trockenfutter inkl. RC in den Beuteln, was in Deinem Paket war, ist bereits ohne zu Murren am Wochenende verputzt worden.

    Und das mit dem Versorgen, das würdest Du genauso tun!

  3. Liebe Sabine!

    Ja, ja *grummel*… Ich brauche in puncto „Verwöhnen“ ja nur Selly als Beispiel zu nehmen: Als sie von Ungarn hier ankam schien es, als wolle sie mir die Haare vom Kopf fressen, so sehr ausgehungert war sie und wählerisch war sie überhaupt nicht!
    Heute jedoch, ein halbes Jahr später, sieht die Sache schon ganz anders aus: So denkt sie im Traum nicht (mehr) daran, ein Nassfutter zu fressen, was sie 5 Minuten vorher erst verlassen hat. Da Katzen bekanntnlich in Etappen fressen, ist es bei Kimbi beispielsweise normal, dass sie einen kleinen Rest stehenlässt, um ein paar Minuten später nochmal daran zu fressen. Selena jedoch sieht das ganz anders… *LOL* Sie möchte stattdessen dann eine „frische“ Portion! 😉
    Auch was die Futtersorten angeht, weiß sie inzwischen was gut ist! 🙂
    Tja… so schnell geht das! 😉 Warum sollte es bei Deinen Schützlingen also anders sein! *gg*
    LG Nadine

    P.S. Es freut mich, dass mein Futter so gut ankam! 🙂
    Ja, ich würde es vermutlich auch so tun, dennoch ein DICKES LOB AN DICH! Habe in meiner Vergangenheit an meinem alten Wohnort ja auch eine Futterstelle betreut. Zum Glück jedoch kümmern sich auch nach meinem Umzug noch liebe Menschen darum.

  4. Achja, das Trockenfutter Opticat von Lidl soll ja wohl so ähnlich wie RC sein, zumindest was die Inhaltsstoffe angeht. Vielleicht haben Deine „Mäuse“ es deshalb ohne zu Murren verschlungen?! 🙂

    LG Nadine

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