Futterstellen und Jahreszeiten

Über Katzen – Ernährung muss/sollte man sich das ganze Jahr über Gedanken machen, aber problematisch wird es, wenn man Futter draußen stehen lassen will oder muss, und im Grunde nicht 100% weiß, welche Katze oder wie viele Katzen an dieser Stelle zum futtern kommen.

Meine zuverlässigsten Gesellen Micky und Muckl. Bedeutet immer wieder Glück, beide zusammen so zu sehen.

Im Winter ist klar, dass bei Minusgraden jegliches Feuchtfutter nach Minuten zu Eis erstarrt. Wie im letzten Winter ausprobiert, so sind Taschenwärmer eine gute Maßnahme, um zumindest eine Stunde lang, für absolut scheue Gesellen, Essbares anzubieten.

Wer nicht kommt zur rechten Zeit, muss mit der Alternative (gutes) Trockenfutter leben. Problem ist in diesen Zeiten die Wasserzufuhr, bzw. die Wasseraufnahme, da frisches Wasser innerhalb von Sekunden gefriert. Mit Sicherheit lecken Katzen an Schnee, wenn welcher gefallen und liegen geblieben ist, aber es gibt auch trockene Kälteperioden, in denen es einfach nur eiskalt ist. In solchen Zeiten lassen sich nur wenige Mäuse sehen, sodass einer regulären Ernährung, im Kampf ums Dasein, ein Riegel vorgeschoben wird. Von daher sehe ich immer zu, dass möglichst jeder seinen Happen Nassfutter oder seine Einheit Katzenmilch zu sich nehmen konnte, aber das funktioniert selten.

Ich kann all das nur aus der Perspektive „Ungelernter Katzenforscher“ beurteilen und weiß, dass viele Hauskatzen ausschließlich mit Trockenfutter ernährt werden. Dass Trockenfutter, zum Beispiel  Royal Canin „Outdoor“,  frei lebende Katzen  in diesen Wochen und Monaten genauso auf dem gesunden Damm hält, ist eine geglaubte Beruhigung. Andererseits erkenne ich am nächsten Tag eines Regentages, an dem ich die Fliegenfreie Zeit nutze und Schalen mit vermeintlich gutem Feuchtfutter bis zum Anschlag fülle, dass  die Möglichkeit genutzt wurde und die Schalen bis zum letzten Krümel leer geleckt sind. Dann kommen mir regelmäßig Zweifel, da doch viele andere Katzen von Trockenfutter leben. Und wenn ich sehe, wie sich auf Feuchtfutter regelrecht gestürzt wird, so zweifle ich an der Philosphie, Trockenfutter reiche aus.

Die besten Jahreszeiten sind der beginnende Frühling, Tage beherrscht von  Dauerregen und der Herbst. Es lenken zwar kühle Temperaturen, aber es gibt keinen  Frost und keine Fliegen.

Futterstellen werden nicht nur von Menschenhand zerstört. Gegen die leisen, ebenfalls hungrigen Naturgewalten gibt es kaum ein Mittel, aber eines bleibt gleich: Ausdauer. Sobald es wärmer wird, die Sonne scheint, so kommen sie: Die Insekten.

In den unterschiedlichsten Variationen, je nach Standort der Futterstellen. Aber alle Stellen haben eines gemein: Die Fliegen. Sie brummen und nerven, egal ob es sich um Trocken – oder Nassfutter handelt. Sie schwirren einem um den Kopf, ertrinken in ehemals sauberen Wasserschalen und setzen  sich hartnäckig auf jede Art von Futter, obwohl sie kurz zuvor wahrscheinlich auf etwas Unappetitlicherem  saßen. Wenn es nur das wäre, denn hinzu kommt ihre Sucht nach Vervielfältigung, so dass der Eindruck erweckt wird, dass Fliegen irgendwann einmal den Erdball beherrschen wollen. Ich akzeptiere jedes Lebewesen, aber Fliegen empfinde ich als Faul. Sie legen ihre Eier in ein gemachtes Nest, fliegen von dannen und hoffen darauf, ihren schlüpfenden Maden das Paradies präsentieren zu können.

Aber ohne mich.

Sobald ich eine „Fliegeneiablage“ im gemachten Nest vorfinde, verschwinden Reste samt ihrer zukünftigen Wunsch – Herrscher im Müll. Die Schale wir mit kochendheißem Wasser gespült und gibt Zuwachs keine Chance.

Fliegen sind somit überall ein Problem, hinzukommen – hin und wieder – Wespen, aber permanent Standorttreue Ameisen und Ohrenkneifer. Die sind beinahe noch schwieriger.

Sie können einem das Leben ebenfalls sehr, sehr schwer machen, da sie sich im Trockenfutter verbuddeln, ihre Häuser binnen kurzer Zeit innerhalb einer Futterstellen bauen und sich einfach nicht aus der Ruhe bringen lassen. Immer wieder aufs Neue. Täglich. Da heißt es zweimal täglich Körnchen für Körnchen von einer Schale in die andere umfüllen, bis der Rest in Form von Ameisen oder Ohrenkneifern übrig bleibt, den man anschließend in hohem Bogen an einen anderen Ort manövrieren sollte. Aber sie sterben nicht aus und bisher ist mir kein Trick im sanften Kampf gegen Futterneider eingefallen. Vor ein paar Tagen versuchte ich es mit Styropor, das ich irgendwo fand und unter die Näpfe legte. Ein dummer Versuch, nach dem Motto: Vielleicht riechen sie nun das Futter nicht oder eventuell ist es ihnen zu mühselig…

Mal sehen, ob`s hilft.

Jahreszeiten bedeuten ebenfalls eine Suche nach warmen oder kühlen und gleichzeitig sicheren  Liegemöglichkeiten. Im Winter sind kurz zuvor geparkte  LKWs  der Renner, von denen Katze weiß, wann er wieder starten wird.  Ja, Katzen kennen sich besser mit Autos aus, als mancher Mechaniker. Sie springen auf einen Anhänger und werden nicht wieder gesehen. Speziell diese warme Stelle, zwischen Führerhaus und Anhänger kurz nach dem Parken,  ist beliebt.

Leider meist mit Schmieröl versehen, was anschließend am Katzenfell  klebt. Nicht gut, aber auch nicht zu ändern. Aber auch im Sommer sind die parkenden Fahrzeuge  gut zu gebrauchen, da man sich nach einer Mahlzeit in optimaler Höhe die Sonne wärmend auf den Körper scheinen lassen, oder darunter im Schatten liegen kann.

Eine hoffentlich zufriedene Muckl

Viel lieber würde ich sie auf weichen Kissen sehen, aber mal schauen, wohin uns unser gemeinsamer Weg noch führen wird.

Filou, der ernsthafte Spaßvogel

Von Filou weiß ich inzwischen, dass er Trockenfutter lieber mag, als alles andere. Aber Filou ist gerade mal ungefähr zwei Jahre alt, während Micky und Muckl weit über zehn Jahre alt sein müssen.

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5 Kommentare zu “Futterstellen und Jahreszeiten

  1. Mmmh, als wirksame Abwehrmaßnahme gegen Ameisen und Ohrenkneifer kann ich mir eigentlich nur Leimstreifen vorstellen – wie die mit klebrigem Leim versehenen Bänder, die man gegen die Blattläuse einschleppenden Ameisen rund um Obstbaumstämme bindet. Es ist klebrig, aber es wirkt.
    Ein Sockel mit einem umlaufenden Leimband unter die Futterschälchen – Katz würde sicherlich höchstens einmal mit dem Pfötchen dranstupsen…

    LG Christina

  2. Pingback: Der Furminator « Katzen-Heimat-Blog

  3. Mit dem Thema Feucht- und Trockenfutter hab ich jüngst auch eine interessante Entdeckung gemacht. Ich habe Ginis Trockenfutter seit ihrer Zahnbehandlung aufgeweicht. Sie mag ihr Trockenfutter gerne, aber aufgeweicht ist sie verrückt danach und ist richtig sonnig nach dem Fressen. Scheint wohl aromatischer zu riechen und zu schmecken.

  4. Ich denke, dass Fliegen in eingeweichtes Trockenfutter ebenfalls Eier legen würden. Sie machen lediglich vor hartem Futter Halt. Ansonsten auch eine gute Idee, was altersgerechte Ernährung anbelangt!

    @Christina: Danke Dir, das werde ich eventuell mal ausprobieren. Obwohl… ich kann nichts „umbringen“. Mal sehen, wenn die Ohrenkneifer mich zur Weißglut gebracht haben, dann geht es ihnen mit Leimstreifen an den Kragen! Ist auf jeden Fall ein guter Tipp!

  5. Pingback: Wuff & Mietz – Allein zu Haus « Stoppelhops Blog

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