Taube Elisa

Da ich die Geschehnisse dieser vergangenen Woche auf Wunsch Splitten werde, beginne ich mit dem Freitag. 😉

Um 8.00 Uhr fuhr ich eine Straße entlang um zu einem Kunden zu gelangen. Ungefähr zehn Minuten später fuhr ich in Entgegengesetzte Richtung zurück und sah „Elisa“ im Rinnstein liegen.

Eine Ringeltaube, die mich ansah und sich nicht mehr bewegen konnte. Ich fluche schon gar nicht mehr, halte an, ignoriere Blicke, packe das Tier, setze es in eine große Postkiste, stelle eine kleine Postkiste auf die große und fahre weiter, denn während der Arbeit drängt die Zeit.

Elisa verhielt sich ruhig und lebenswillig, hatte sie doch aufgrund der mittlerweile getesteten Postkisten genügend Luft zum atmen. Drei Stunden lang musste ich sie durch die Gegend schaukeln und wie immer fallen mir bei solchen Gelegenheiten die miserablen Straßenzustände unserer Städte auf. Bei jeder Unebenheit hebt ein Fahrzeug fast ab und wenn man aufgrund eines verletzten Tieres vorsichtig über einen der vielen Hubbel fährt, hupt garantiert ein hektischer Autofahrer, der einen Anfänger oder Schläfer vor sich wähnt. Irgendwie kommt mir dann automatisch  der monatliche Solidaritätszuschlag in den Sinn… aber ich will nicht abschweifen.

Nachdem ich Zeit für Elisa hatte, schaute ich sie mir genauer an. Ihr linker Flügel schien gebrochen zu sein und ihre Beine konnte sie ebenfalls nicht mehr nutzen. Ich suchte die Notfallnummer, die ich aufgrund  Marthas Recherchen notiert hatte. Elisa zu einem Tierarzt zu bringen wäre eine Möglichkeit gewesen, aber aus Erfahrung weiß ich, dass bei gebrochenenem Flügel nicht lange „gefackelt“ wird. Hier war ein Vogelspezialist gefragt und dessen Nummer lag Dank Martha vor. Ich wählte die Nummer und Frau D. der Stadttiere E.V. meldete sich sofort. Zuerst fragte sie, ob offene Wunden vorhanden wären, das Tier apathisch sei und so weiter. „Nein, nein, nein, ein lebensfähiges Tier, das ich auch zur Klinik bringe, weil ich Brüche nicht behandeln kann.“

„Tun sie das bitte nicht!“, sagte Frau D. und ich spürte: Wir verstehen uns.

Da die Auffangstation zwar hier in der Nähe  aber nicht ständig besetzt ist, überlegten wir hin und her. Ich sollte Elisa bis zum möglichen Treffen auf alle Fälle Wasser einflößen, denn bereits ein paar Tropfen Wasser verdoppeln die Überlebenschance.  Die Augen solle man dabei möglichst verdecken, aber das bekam ich trotz guten Willens und fehlender dritter Hand nicht hin. Elisa schluckte trotzdem.

Da ich noch ein bisschen arbeiten musste und hungrige Katzen warteten, musste letztendlich  mein lieber Mann daran glauben und Elisa um 17.00 Uhr im Katzenkorb dorthin bringen. Schmerz – und Beruhigungsmittel warteten bereits auf sie und eine Voliere, in der sich bereits zwei genesende Ringeltauben befanden. Frau D. rief heute Vormittag sogar an und berichtete, dass Elisa die Nacht gut überstand und die Sonne genießt. Morgen werde ich sie besuchen und da sich diese Auffangstation in der Aufbauphase befindet, das alles hier um die Ecke ist und lediglich durch freiwillige Helfer existiert: Schau`n wir mal.

Advertisements

2 Kommentare zu “Taube Elisa

  1. … jetzt weiss ich auch, dass die taube elisa heisst 🙂

    hab mich gefreut euch und den blog kennenzulernen und werde sicherlich öfters mal reinschauen.

    bis bald liebe grüße und viel erfolg bei allem!!!

    anne dolff (hotline stadttiere e.v. und stadttierhof)

  2. Pingback: Frohe Ostern – oder Taube Elisa « Katzen-Heimat-Blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s