Glück und Leid der Woche

In dieser, der vergangenen Woche gab es eine gute Meldung: Katze Rocky wurde innerhalb der Familie übernommen!  Sie ist sicher und gut untergekommen und lebt inzwischen vielleicht sogar bei einem ihr vertrautes Mitglied der Familie.

Ein optimales Beispiel, wie es funktionieren kann und sollte. Wie das Leben so spielt: Partner ziehen zusammen, schaffen an, verstehen sich irgendwann nicht mehr und die, in Einigkeit angeschafften Haustiere, Möbel und Erwerbungen müssen untereinander verteilt werden.

In diesem Beispiel ging die Katze mit zum Mann, das funktionierte aus diversen Gründen nach einiger Zeit nicht mehr, aber dennoch wurde der Kopf nicht in den berühmten Sand gesteckt. Es wurde nach weiteren Lösungen im Sinne des angeschafften Haustieres gesucht: Kollegen und Freunde wurden angesprochen,  die ebenfalls nach Lösungen suchten. Befreundete Mitglieder diverser Tierschutzvereine wurden dadurch ebenfalls angesprochen, die Rocky auf HP`s veröffentlichten und ebenfalls nach einer Lösung suchten. All das war nicht nötig, da innerhalb der Familie der Schlüssel so nahe lag, aber besser viel Aufwand um nichts, als andersherum.

Eine Lösung findet sich immer, auch wenn es dauern kann!

Das gegensätzliche Beispiel hörte ich von einem meiner Kollegen, der zu seinem, vor einem Jahr auf der Straße aufgelesenen, Kater nun eine Zweitkatze aufnahm. Diese Katze sollte ausgesetzt werden, weil das Ehepaar sich trennen will und das ihr Vorhaben ohne Umschweife und ohne Rot zu werden, jedem erklärte. Auf meine Nachfrage hin war das Tier weder kastriert noch geimpft. Innerhalb des Lebensjahres bei diesem Ehepaar, war die Katze nicht einmal einem Tierarzt vorgestellt worden.

Tja, wo kommen sie her? All die verwilderten, verhungerten, krepierten  Katzen? Ich komme nicht umhin, dem ersten Beispiel meinen tiefen Respekt zu zollen und auf das zweite Beispiel zu spucken.

Der Dienstag war ein Tag der gut begann und mich kurz danach veranlasste „Verfluchte Scheiße“ zu sagen. Ich teile terminierte Post an Firmen aus und befand mich am Dienstag um 7.10Uhr  gut in der Zeit. Ich fuhr eine Straße entlang, auf der ich vor drei Wochen die kurz vorher überfahrene schwarze Katze gefunden hatte, die von der Katzensuche nach meiner Meldung mitgenommen und archiviert wurde. Ungefähr 500 Meter von dieser Fundstelle entfernt, sah ich am vergangenen Dienstag eine weiß getigerte Katze neben einem Betonpfeiler liegen. Ich fuhr vorbei und hoffte inständig auf eine Halluzination. Diese sind nichts Ungewöhnliches bei mir, denn es kommt vor, dass ich auf einer Autobahn unterwegs bin und einen angeleinten Hund hinter einer Leitplanke stehen sehe. Schnelle Reaktion ist im Vorbeifahren keine Maßnahme, somit in Ruhe überlegen, an der nächsten Ausfahrt heraus, auf die nächste Auffahrt rauf um noch einmal an selbiger Stelle vorbeizukommen. Es war spät abends und zum Glück entpuppte sich dieser angeleinte Hund als eine helle Decke, die sich an besagter Leitplanke verfangen hatte und im seichten Wind wehte.

In oben erwähnter Straße konnte  ich ohne langes Nachdenken wenden, hielt mit einem Fluch auf den Lippen an nächstbester Möglichkeit, doch die Katze war keine Decke. Sie lag auf dem Bürgersteig in einer Stellung, die darauf schließen ließ, dass sie sich nach einer Kollision mit einem Fahrzeug dort noch hingeschleppt hatte.

Fünf Meter daneben, ein zu diesem Zeitpunkt gut besuchtes Frühstücksbüdchen. Gäste, die aus (angeblich) harten Männern bestand, genossen ihren Kaffe und haderten eventuell mit ihrem bevorstehenden Berufsalltag. Niemand kümmerte sich um das verendete Tier! Viel Zeit hatte ich nicht und es gab keine Möglichkeit das tote Tier an eine ruhigere Stelle zu legen, deshalb nahm ich es mit. Und fuhr weiter, die Umstände und diesen grausamen Tod beiseite schiebend.

Später wickelte ich die Katze in ein Tuch und eine Tüte, knipste Fotos und gab die Meldung an die Katzensuche weiter. Zwar hatte ich nach einer nicht vorhandenen Tätowierung gesucht, aber hatte es verpasst nach einem Chip suchen zu lassen. Grober Fehler, der mir beim nächsten Mal nicht passieren wird. Jedenfalls begrub ich die Katze hier in der Nähe, gemeinsam mit Taube Martha.

Taube Martha hat es leider auch nicht geschafft, obwohl ihr Herz noch Jahre dazu fähig gewesen wäre. Nachdem es mit ihr am vergangenen Samstag bergauf ging und sie die Nacht ruhig schlafend verbringen konnte, so verschlechterte sich ihr Zustand am Sonntag. Sie fiel auf die Seite, drehte sich linksdrehend im Kreis und flatterte verzweifelt mit den Flügeln. Bis dahin hatte ich immer noch Hoffnung in der Diagnose des Tierarztes, versuchte aber gleichzeitig Vogelfachkundler zu erreichen, da Fachkundige durch Erfahrung oft Mittel oder Tricks kennen. Ich fand das Stadttauben Projekt Düsseldorf, an das ich schrieb und von dem ich am Montag mit Hinweis auf eine Auffangstation in der Nähe versorgt wurde. Erst gegend Sonntag Abend konnte ich, Dank Corinna,  einen Fachmann telefonisch erreichen, der nach meiner Beschreibung keine Hoffnung gab, denn ein Hirn – Schädeltrauma könne bei Vögeln nie geheilt werden und ich solle das Tier erlösen.

Das war eine Bestätigung und ich hob Martha in den Transportkorb und wir gingen den letzten Weg.

Derselbe Tierarzt hatte Dienst und somit waren wir keine Unbekannten. Er sah sich Martha an und nickte bestätigend. Er gab die Narkosespritze und wir sprachen kein Wort. Nachdem Martha schlief, setzte er die zweite Spritze und obwohl dieses Tier für viele Menschen lediglich eine Ratte der Lüfte ist und ihr unter den besten Umständen der Hals umgedreht worden wäre, so nahm sich dieser Tierarzt Zeit. Er respektierte die Würde dieser Taube. Das beeindruckte mich sehr, weil ich das kaum noch kenne und als das Leben Marthas vorbei war, sagte ich, dass ich das gerne bezahle, da er sich am Vortag schon solch eine Mühe gemacht habe.

„Nein, das passt schon“, antwortete er, „erstens ist es ein Wildtier und zweitens bin ich froh, wenn sich auch andere Menschen kümmern.“

Martha ließ ich erlösen, aber was mich zum Weinen brachte war dieser überraschende Satz eines Tierarztes, der seiner Berufung nicht euphorisch, sondern gelebt nachdenklich und bewusst folgt: „Ich bin froh, wenn sich auch andere Menschen kümmern“.

Ein Satz, der mich täglich im eigenen Denken verfolgt und der zum grausamen Alltag dazugehört, weil sich jeder Schützer, jeder Seher / Finder alleine fühlt.

Somit war diese vergangene Woche eine Gelegenheit, aufgrund der traurigen Tatsachen auch neue Erkenntnisse und neue Bekanntschaften im Sinne der Tiere zu knüpfen. Nachdenkenswert und wieder einmal lehrreich.

Danke an alle, die diese Woche, sämtliche Fälle  und Taube Martha begleitet haben.

Eisbär Knut wollte ich eigentlich nicht erwähnen, denn den damaligen Run um ihn machte ich nicht mit, und wurde erst aufmerksam, als sein Pfleger, im Grunde seine Familie, verstarb.

Trotzdem traf  mich Knuts ebenfalls viel zu früher Tod sehr, weil er bezeichnend ist für Einsamkeit, für falsches Handeln in dieser, unseren  Welt. Bezeichnend auch für Geldgier, da eine, laut Aussage zurechnungsfähige, Eisbärmutter nicht grundlos ihr Kind verstößt.

Ich hörte auch die sich immer wiederholenden  Gegenrufe, dass das alles unwichtig sei, wegen zum Beispiel  Japan , Erdbeben, Tsunami, verstorbener, frierender, hungernder, sterbender  Menschen und unsicherer Atomkraftwerke. Darauf solle man sich konzentrieren und nicht auf einen Eisbären… und schon gar nicht auf eine Taube. Ohhh, wird mir übel!

Das geht auch an mir nicht vorbei! Das belastet mich ebenso, und auch in diesen Gebieten muss Mensch und Tier geholfen werden. Immer wieder ist jedes dieser Geschehnisse –  und wenn es noch so unwichtig erscheint  –  ein globales Problem! Genauso wie die inzwischen vergessen zu scheinende Ölkatastrophe im Golf von Mexico. Ist die komplett beseitigt, weil in den Schlagzeilen nichts mehr präsentiert wird?

Ich finde keine Worte für all das Elend und tue, was ich kann, denn für all das ist nur die eine Spezies  zuständig : WIR.

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5 Kommentare zu “Glück und Leid der Woche

  1. Liebe Sabine,
    ich habe täglich auf Deinen Blog geschaut um zu sehen, wie es Martha geht. Tut mir so leid, dass sie es nicht geschafft hat. Wenn ich Deine Zeilen lese, dann könnte ich meinen, Du redest mir aus der Seele. Warum muss man sich als Tierliebhaber / Tierschützer eigentlich immer wieder vor Allem und Jedem dafür rechtfertigen? Geht es einem Tier in der Welt schlecht, dann heißt es gleich, man solle mal an die armen Menschen (aktuelles Beispiel Japan, etc.) denken.
    In solchen Momenten könnte ich ausrasten und Du hast einfach voll und ganz Recht mit dem, was Du schreibst. Ich möchte eigentlich auch schon die ganze Zeit einen Text darüber verfassen aber finde einfach nicht die richtigen Worte. Vielen Dank, dass Du das Thema auffasst und auch wenn es mir jedes Mal erneut so sehr ans Herz geht, wenn ich Deinen Blog lese, so komme ich dennoch gerne vorbei, weil Du ein Mensch bist, zu dem man einfach aufschauen muss. Du tust sooo viel für unsere Fellnasen… Würde nur ein klitzekleiner Teil der Menschheit auch so handeln wie Du, dann wäre die Welt (zumindest) ein wenig besser.
    Das Bild von der toten Mieze lässt ebenso Tränen in meine Augen steigen, wie das von Martha oder das Video von Knuth. Ich hatte es am TV verfolgt aber werde mir es jetzt nicht nochmal ansehen.
    Liebe Grüße und nochmals Danke, dass Du so bist, wie Du bist!!!!
    *Nadine*

  2. Jetzt habe ich einen knallroten Kopf…
    Ich danke Dir sehr Nadine!
    Ja, manchmal raste ich aus, leider (oder zum Glück) nur schriftlich und oft artikuliere ich etwas wirr, weil so viele Dinge auf einmal hochkommen.
    Das müsste oft besser überlegt sein, aber bis dahin wäre schon längst wieder alles vorbei.
    Aber dennoch, es macht mir Mut wenn Deine Zeilen lese und weil ich auch dadurch erkenne, dass kein Tag umsonst ist und dass ich nicht alleine so „anders“ fühle.

    Ich glaube Silvester war das, wo ich mich bei den Machern von WordPress bedankt habe. Ohne solch ein technisches und einfach zu bedienendes Wunderwerk, würden wir alle weiter dümpeln und kaum andere Meinungen erfahren.

    Danke!

    Ganz liebe Grüße
    Sabine

  3. Pingback: Tierschutz – eine Schande? « ♥ Moonlightpaws Katzen-Fotoblog ♥

  4. Hallo Sabine.
    Ich kann so nachvollziehen was du schreibst, die gleichgültigkeit der Menschen gegenüber der Tiere! Das beste Beispiel ist die von dir gefundene überfahrene Katze!
    Ich denke das diese kuhlen Typen sicher gedacht haben-Klasse ein Drecksvieh weniger!!!
    Gottseidank giebt es einige wenige Menschen so wie wir auch, die diese Drecksviecher( nur Symbolisch gemeint) aufsammeln und versuchen zu retten! Zu Retten was der Mensch zerstört!
    Schade das es deine Taube Martha nicht geschafft hat!
    Ich habe heute auch so ein erlebnis gehabt!
    Ich kam nach Hause, und gehe immer von hinten über den Hof rein!
    Ich ließ direckt alle Hunde raus, wobei Surco und Musel direkt hinter die Mülltonne stürmten! Ei Voge flog hoch und viel direkt wieder zu Boden!
    Ich schnappte ihn mir vor den Hunden-Verletzungen konnte ich keine feststellen, und dachte er ist nur geschockt!
    Ich ging mit ihm in die Gartenhütte, damit ihn in dem Zustand keine Katze oder einer meiner Hunde bekam!
    Ich setzte ihn auf einen tisch, und sagte, hier kannst du dich erholen ohne das dir was passiert!
    Ich streichelte ihn, ging raus schloss die Tür!
    Eine viertel Std. später ging ich wieder hin, um nach ihm zu sehen!
    Da lag er Tod auf dem Boden!
    1 1/2 Std. später hätte ich mit ihm zum Arzt gehen können, da wäre Sprechstd. gewesen!
    Aber er hat es nicht geschafft! Ich glaube es war eine Blaumeise!
    Ich nahm ihn und hab ihn im Gartenbegraben!
    Wenigstens ist er in seinem Zustand nicht mehr von der Katze erwischt worden, und konnte in Ruhe sterben!
    Also auch ich kann völlig nachvollziehen, wie du manchmal emfindest!
    Liebe Grüße Heike.

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