Eine ehrliche Weihnachtsansprache

Pia

In meinem gestrigen Wochenbericht erwähnte ich den Begriff „Hilfsbereitschaft“, das Wort des Jahres 2010 „Wutbürger“ und wie manch ein Nachbar sich selber und am allerliebsten sich selber der nächste ist. Dem es bereits zu viel Mühe bedeutet, seinen Mitmenschen einen guten Tag zu wünschen und der sich bei der Hausverwaltung beschwert, wenn Sabine Vögel füttert, weil  speziell diese Vögel seinen Garten verunreinigen. Wie auch immer diese überlebenden Vögel das anstellen, jedenfalls gab es Mitmacher, die Nachbar zum gemeinsamen und selbstverständlich anonym gehaltenen Protest aufrufen konnte.

Eben „Wutbürger“, die ihr Bürgerrecht nutzen und protestieren. Jetzt kann man hoch erhobenen Hauptes sogar stolz darauf sein, egal, ob der Protest sinnvoll ist oder nicht. Es reicht bereits, wenn ein Grund erahnt wird. Wir alle zusammen protestieren, wir alleine schaffen nichts. Selbst „leben und leben lassen“, was nichts anderes beutetet als Toleranz, ist zu einem fremden Begriff geworden, ähnlich der Hilfsbereitschaft. Engstirniges Denken, lediglich das eigene kleine Umfeld bis zur gewohnten, immer gleich aussehenden Wohnungstür und keinen Schritt weiter.

Heute lese ich die Worte zum Jahr 2010 von meiner tief bewunderten Freundin Gisela Soeffner. Ein Einblick in ihr Leben, den sie nur äußerst selten gewährt und von dem mach einer nicht ahnt, wie unendlich viel diese Frau an Hilfe geleistet hat.

Von daher ist es mir wichtig Giselas Worte weiter zu geben, denn wenn sie auch nie einen Orden verliehen bekam und solch eine Anerkennung mit Sicherheit sogar ablehnen würde, so sollen ihre Worte dennoch möglichst viele Menschen erreichen.

Eine starke Frau, die ihr bisheriges Leben lang nie an sich dachte, eine unglaubliche Menge bewegen konnte, immer noch und weiterhin bewegt. Eine bescheidene Frau, die auch wütend werden kann, aber nur wenn  diese Wut einem geschundenen Lebewesen nutzt. Eine intelligente Frau, die immer ein offenes Ohr für Probleme anderer Menschen hat, die eine der wenigen Personen ist, die, trotz eigener Schwierigkeiten, tatsächlich zuhören kann, und zu jeder Tages oder Nachtzeit ihre Hilfe anbietet.

Seit ich Gisela kenne habe ich mich verändert. Zum einen schöpfe ich Kraft aus dieser Freundschaft, für die ich ihr sehr dankbar bin. Zum anderen ist sie mein Vorbild, das mir, auch ohne Worte, immer wieder Mut gibt, dass scheinbar Unmögliches jederzeit möglich gemacht werden kann. Und dass man zu seiner Meinung, zu seinem Handeln, welches lediglich von Hilfe für übersehene und geschundene Kreaturen lebt, stehen kann und jederzeit muss, auch wenn man belächelt und behindert wird.

Danke, Gisi!

Dezember 2010

Erlaubt mir einfach einige persoenliche Worte, bitte!

Kampf und Freude war und ist unser Leben hier und so wird es sein!

Frieden und Verstaendnis fuer  alle leidenden Lebewesen ist das, was wir uns erhoffen, wofuer wir arbeiten  und was wir wuenschen!
Danken moechten wir den wenigen Menschen, die  den Kampf um Leben verstehen.

Als ich ein kleines Maedchen war in der Kriegs und Nachkriegszeit kaempfte und betete ich dafuer, dass mein Bruder und meine Eltern ueberleben.

Als ich  etwas aelter war, kaempfte ich dafuer, selber ueberleben zu duerfen.

Als ich eine erwachsene Frau und schwanger war, kaempfte ich um meine 8 Kinder, die nicht ueberleben durften.

In Brasilien traf ich in dem Krankenhaus von Petrolina eine wunderbare Frau, der ich minimal helfen konnte, Hungerbabies zu betreuen und beim Sterben zu begleiten.

In Peru traf ich bewunderswerte Mitarbeiter von terre de Hommes. Mit den Kindern dort und ihnen durfte ich ein unvergessliches Weihnachtsfest verbringen mit Traenen und Hoffnung im Herzen.

Als ich in Indonesien war, kaempfte ich fuer Kinder, Hunde und Katzen.

Als ich in Hannover war kaempfte ich mit guten Freunden um das Seelenheil von Kindern.

Als ich in den Perreras hier in Spanien war begann der Kampf zusammen mit Ralf um die leidenden Tiere.

Heute kaempfen wir mit Pia um ihr Baby.

Und wir werden den Kampf fuer das Leben niemals aufgeben – solange wir leben duerfen.

In all den vielen 68 Jahren traf ich eine Handvoll Menschen, die diesen Namen auch verdient haben, die mich verstanden haben und geholfen haben.

Und diesen Menschen moechte ich von ganzem Herzen danken im Namen aller Lebewesen, die leiden muessen.

Gisela

Pia mit ihrem Baby

Ein Kommentar zu “Eine ehrliche Weihnachtsansprache

  1. Kleine süße Pia, ich wünsche ihr, dass sie ihr Baby großziehen kann.

    Und Gisela und der Finca Lucendum wünsche ich, dass die Zahl der Menschen, die verstehen, mitfühlen und helfen, stetig wächst.

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