Wochenbericht der zwei Minitiger oder – bitte Daumen drücken!

Emmy und Maxi geht es gut, obwohl mich Emmy immer noch misstrauisch  beäugt. Sie will einfach nichts mit Zweibeinern zu tun haben – und ich will nichts mit ihr zu tun haben, denn Emmy muss den ersten Schritt wagen.

Ich mag den Zwerg sehr, eben weil er so ist, wie er ist. Emmy ist im Prinzip sehr pflegeleicht, da sie keinerlei Ansprüche stellt, nicht versucht zu flüchten, sich nie in den Vordergrund drängt und instinktiv das Richtige tut, nämlich sich bei „Gefahr“ verstecken. Das kann allerdings nicht alles im Leben einer intelligenten Katze sein, aber dazu später.

Sobald ich Fresschen in Händen halte ist es geblieben, wie am Anfang. Emmy hat immer Hunger und dann wirft selbst ein Charakterkopf seine Vorsätze über Bord und nähert sich mir bis zum Berührungspunkt – der ihr dann aber völlig schnuppe ist. Ich streichle ihr vorsichtig über den Rücken und spüre ihr flauschiges Fell, das flusig und weich ist. Irgendwie scheint sie geduldig abzuwarten, mich hoffnungsvoll anzusehen nach dem Motto: Irgendwann darf ich hier aber wieder raus, oder?

Ja, Emmiken, wenn wir ganz viel Glück haben, kannst Du Dich bald entfalten.

Maxi wird immer anhänglicher und  sie stellte sich innerhalb dieser Woche auf bellende Hündin ein. Hündin Gipsy ist sechzehn, in ihrer Wohnung die Queen und kleine Katzen gehören nicht in ihr Reich, basta! Maxi testete mehrmals, aber bekam ein Bellen zur Antwort. Einerseits ist ihr das absolut egal, andererseits akzeptiert sie diese Schranke. Irgendwann beobachtete sie von der Treppe aus, dem Beobachtungsposten, dass Gipsy ihren Kopf und somit ihre sichtenden Augen unter der Decke des Sofas versteckt hatte und laut schnarchte. Das war Maxis Gelegenheit zu mir in die Küche zu kommen, auf die Küchenzeile zu hüpfen und Neuland zu inspizieren.

Diese Gelegenheit musste in der Tat genutzt werden und somit fragte ich: „Möchtest du wissen, wie scheiße kalt es draußen ist?“„Au ja“, antwortete Maxi schnurrend, sprang von der Küchenzeile und heftete sich an meine Fersen. Ich öffnete die Balkontür und Maxi saugte die kalte Luft ein. Sie blieb eine Weile vor der Balkontür sitzen, doch wurde sie mehr als neugierig, als sie die Meisen entdeckte, die zu ihren Meisenknödel wollten.

Da spannten sich die Gliedmaßen wie bei einem typischen Raubtier, die Augen wurden groß und der Schwanz wedelte aufgeregt hin und her. Maxi ging schleichend nach draußen, sie war auf der Pirsch, inspizierte den ersten Schnee ihres Lebens, schüttelte angewidert die Pfoten und kam schnell wieder hinein.

„Siehste Maxi, deshalb seid froh, dass ihr hier untergekommen seid.“ Naja, ob sie das verinnerlich hat, steht in den Sternen. Maxi hat nun auch ihren Zweitnamen weg und das geschah auch in dieser Woche. Unser menschlicher Partner kam nach Hause, setzte sich müde auf das Sofa, schaltete den Fernseher ein, schaute gebannt hin und erschrak plötzlich. Neben ihm hatte sich ein Etwas bewegt, das ihn schon lange beobachtet haben musste und das  nach Entdeckung sofort wieder hinter der Gardine verschwunden war. Aber wie beruhigend, es war nur eine Katze gewesen und auf meine Frage, welche es gewesen sei, meinte er: „Na, welche wohl? Die Durchgeknallte.“

Diese Durchgeknallte spioniert und sieht sofort, ob Gipsy anwesend ist oder nicht. Sie springt oft auch schneller auf die Klobrille, als Mensch sich setzen kann. Wie schon einmal erwähnt, liebt Maxi den wirbelnden Wasserstrom, der ihre eigenen Häufchen in die Tiefe zerrt. Schlau genug ist sie ja, ansonsten würde ich Maxi hinterher springend sehen.

Weshalb bitte alle Lesenden die Daumen drücken möchten ist ein gestriges Gespräch, das ich mit einer Interessentin führen durfte. Ja wirklich durfte, denn wenn das alles klappt, steht Emmy und Maxi eine umwerfend schöne Zukunft bevor. Haus und Garten, Felder, Wiesen, ländliche Gegend mit kaum Autoverkehr. Zuviel möchte ich nicht verraten, denn obwohl ich kein bisschen abergläubisch bin: Nie den Tag vor dem Abend loben!

Für Christine der Baum im Schnee, sogar mit tatsächlich fallenden Schneeflocken:

Habt alle ein angenehmes Wochenende, eine möglichst eisfreie Woche und bleibt gesund!

6 Kommentare zu “Wochenbericht der zwei Minitiger oder – bitte Daumen drücken!

  1. Sabine,
    schöne Bilder von schönen Kätzchen. Ich finde es an den beiden gerade so reizvoll, dass sie so verschieden sind, vom Fell angefangen, bis hin zum Wesen.
    Gerne lese ich auch über euren menschlichen Partner und Maxi, die ja ein wenig Freude daran zu haben scheint, ihn aufzuscheuchen.
    Und jetzt ein Zuhause in Aussicht für die beiden Schwestern, die sich so schön ergänzen, dass wäre wirklich ein echtes Weihnachtsgeschenk!
    Ich drücke die Daumen bis sie blau werden!

  2. Hallo,

    ich drück den beiden kleinen Miezen auch die Daumen, dass sie bald über Wiesen und Felder streifen können. Emmy ist der Kandidat lebende Mäuse nach Hause zu bringen damit der Mensch bei dem sie lebt auch was lernt 🙂 Aber zum Glück gibt es ja schon Katzenklappen die das Gesicht der Katze scannen und sobald da etwas anders ist (Maus im Maul) geht sie nicht auf.

    So wie die kleine Emmy stellt man sich immer eine Haus und Hofkatze vor. Eigener Kopf und zum fressen gehts nach Hause.

    Viele Grüße

    Manuela

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