In Erinnerung an unseren Freund Simon

In dieser Woche, am 05.11., musste uns unser Freund Simon verlassen.

Simon, der ruhige HERR, der über allem stand,

der sehr weise war,

der jeden beschützte,

der sich selbst niemals in den Vordergrund stellte,

die sanfte, gutmütige, in sich ruhende Seele.

Simon kam vor einigen Jahren auf die Finca Lucendum um vermittelt zu werden. Er hatte bis dahin zusammen mit einer älteren Dame auf einer Finca gelebt und er war es gewohnt, aufzupassen und seine Herrin zu beschützen.

Als die ältere Dame in eine Wohnung in die Stadt umziehen musste, wollte sie ihrem Freund solch einen Wechsel nicht zumuten, da das in ihren Augen kein Leben für Simon sei. Ihr Sohn Miguel wandte sich an die Tierklinik San Anton und setzte alle verfügbaren Hebel in Bewegung, was in Spanien nicht einfach ist, da es im Endeffekt nicht viele  Alternativen gibt und meist heißt eine dieser Alternativen Perrera.

Gisela Soeffner und Ralf Neumann wurden gefragt und selbstverständlich konnte Simon zu ihnen kommen, bis ein neues Zuhause für ihn gefunden werden würde.

Doch schon nach kurzer Zeit zeigte sich Simon auf Lucendum unabkömmlich, da er in Absprache mit Roberta

und Antonia

die Rolle des Vermittlers übernahm. Er sorgte dafür, dass sich neue junge Hunde einleben konnten, er war stets leise, beobachtend und zurückhaltend, aber jeder neue junge Spunt zeigte großen Respekt vor Simon.

Simon, der sich genau so gerne hingab und wie ein junger Hund toben und spielen konnte – aber alles zu seiner Zeit.

Besucher begleitete er und wies jeden Vierbeiner in seine Schranken. Simon schien nicht zu altern, ich persönlich dachte nie über sein Alter nach, denn er konnte behutsam sein und verspielt wie ein Welpe.

Miguel weinte vor Glück, umarmte Gisela und Ralf herzlich, als er hörte, dass Simon für immer bleiben kann. Er wollte seinen Freund in all den folgenden Jahren immer besuchen, aber nie traute er sich, da er den Schmerz des Widerabschiednehmens nicht ertragen konnte.

Die Jahre vergingen und ohne Simon wäre vieles anders verlaufen.

Vor einigen Tagen zog sich der treue, immer zur Seite stehende Simon zurück, legte sich unter die Oleanderbüsche, wollte nichts mehr essen und sah Gisela und Ralf mit seinen wunderschönen Augen an. Wenn er ins Haus kam, so ging er sofort zu Gisela, wollte gestreichelt werden und ihr erzählten, wie schlecht es ihm ging. Am nächsten Tag legte er sich im Wohnzimmer  zitternd vor die Tür neben dem Kamin. Gisela holte eine Decke, Simon sah sie, wedelte leise mit dem Schwanz und konnte kaum aufstehen, um auf die Decke zu gelangen.

Er zeigte ihr, dass er nicht mehr leben wollte, aber bat sie: Sorgt dafür, dass ich keine Schmerzen haben werde.

Gisela und Ralf fuhren sofort mit ihm zur Tierklinik.

Simon  stand hinten im Wagen und schaute sich die Welt an. Auf dem Weg zur Klinik schnüffelte er hier und da und markierte immer wieder ~ er war glücklich.

Die Diagnose lautete Tumor an der Milz und mit seinen großartigen vierzehn Jahren hätte Simon eine schwere OP vor sich gehabt.

Gisela ersparte unserem Freund dieses Leid und entschied im Sinne von Simon. Sie legte sich neben ihn auf den Boden, wie sie es immer handhabt und somit vielen Freunden den Übergang ins Regenbogenland erleichtert. Simon lag entspannt und Gisela blieb bei ihm, bis sein treues Herz aufhörte zu schlagen.

Danke, liebe Gisi, und auch Danke Simon. Wir werden Dich nie vergessen, lieber Freund.

Wie so oft schickt der Gehende sofort einen Neuankömmling. In Simons Fall ist es die kleine Pia, die er vom Regenbogenland aus beschützen wird.

3 Kommentare zu “In Erinnerung an unseren Freund Simon

  1. Hallo Sabine.
    Dein Nachruf für Simon, ist wunderschön geschrieben!!!
    Ich wuste gar nicht das er eingeschläfert wurde, hab es gerade erst gelesen- habe sicher falls es rumging ausversehen die Mail gelöscht!
    Simon hatte wie so viele andere bei Gisi und Ralf ein wunderschönes Leben, das nun zu Ende ging! Ganz toll das Gisi ihn bis zur Regenbogenbrücke begleitete und er in Ruhe und Frieden gehen durfte!
    Auch ich wünsche hier an dieser Stelle, Simon alles Liebe und Gute und das er jetzt wieder jung, glücklich, gesund und munter mit seinen Artgenossen die vor ihm gehen mussten rumtoben kann! Und das er von oben ein Auge auf die Finca und Gisi und Ralf wirft, so wie er es vorher auch schon immer gemacht hat!
    Alles Gute Simon!!!
    Heike.

  2. So traurig 😥 und doch schön!
    Simon hatte ein schönes Leben und war scheinbar eine echte (Hunde-)Persönlichkeit.
    Eine Operation in dem Alter hätte er sicherlich auch selber nicht haben wollen, die Entscheidung war richtig, auch wenn es weh tut.
    Mach´s gut Simon!
    Liebe Grüße,
    Sylvia

  3. Dieser Hund hatte wirklich ein erfülltes Leben, habe seine Geschichte sehr gern gelesen, auch weil sich seine ersten Leute verantwortungsvoll ihm gegenüber zeigten und er deshalb zu Gisela und Ralph kam.
    Und gut, dass er nicht lange leiden musste – so schwer es auch ist, sich zu entscheiden.

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