zur Abwechslung – ein Gedicht von Swinburne

„An eine Katze“

Algernon Charles Swinburne

Mein edler Freund, ich bitte sehr:
Komm doch her,
Sitz neben mir und schau mich dann
Mit deinen lieben Augen an,
Mit Augen voller Glanz und Gold;
Dein Blick, er ist so treu und hold.
Dein wundervolles weiches Fell,
Schwarz und hell,
So seidig, üppig, voller Pracht,
Wie Wolkenhimmel in der Nacht
Belohnt die Hand, die dich liebkost,
Mit freundlicherem Glück und Trost.
Die Hunde freunden gern sich an
Mit jedermann.
Doch du, von lauterer Natur,
Liebst deine wahren Freunde nur,
Berührst mit deiner Pfote mich –
Ja, Lieber, ich verstehe dich.
Was geht wohl vor in deinem Geist –
Ach, wer weiß?
Wenig nur ist uns bekannt
Trotz unsrem Freundschaftsband.
Vielleicht ist’s dem Menschen nur vergönnt,
Daß er das Leben besser kennt.

4 Kommentare zu “zur Abwechslung – ein Gedicht von Swinburne

  1. Wenig nur ist uns bekannt
    Trotz unsrem Freundschaftsband.

    Wie wahr…
    Katzen konnten bisher nur wenig „erforscht“ werden, liest man immer wieder, obwohl sie zu den Urtieren gehören.
    Ansonsten gäbe es längst einen weiteren Martin Rütters für Katzen.
    Sie kann man nicht in eine Schublade stecken, da jede Katze einen spezifischen Charakter aufzuweisen hat, was die Sache (aus menschlicher Sicht) kompliziert, aber auch bewunderswert einzigartig macht.
    Oft kommt mir der Gedanke, dass einige Menschen Angst vor dieser natürlichen Schönheit, diesen fast schon einzigartigen Überlebensstrategien, körperlichen Fähigkeiten und dieser Unnahbarkeit haben.
    Die Kommunikation untereinander funktioniert perfekt, das stelle ich immer wieder an meinen Futterstellen fest, wo es sich im Prinzip um Wildtiere handelt.

    Ich nannte das bisher immer „stille Post“, weil man tatsächlich, und ohne zu locken, Futterstellen verlegen kann. Irgendwann finden sich alle Katzen an der anderen Stelle ein, obwohl es nur einer Katze bekannt war. Aber wie man anhand des Beispieles sieht, ist „stille“ Post nun auch hinfällig.

  2. ja, ich finde auch in dem Gedicht steckt tiefer Sinn, auch wenn mir die Fassung der Übersetzung nicht so zusagt, das wird noch besser gehen…

    Eigentlich hatte ich nach einer Mensch-Katze-Kommunikation gesucht, aber dieses Katzengespräch hat es mir so angetan und als ich dann noch die Reaktion der anderen Katze auf den kleinen Film entdeckte, hab ich den Menschen ganz vergessen.

    Ich liebe Katzen, ihren Stolz, ihre Unnahbarkeit genauso wie ihre Geselligkeit und ihre Zärtlichkeit.
    Als ich noch Katzen halten konnte, waren sie für mich der Inbegriff von Feierabend, sozusagen der Gemütlichkeitsverstärker. Mit Katzen kann man die Seele baumeln lassen.

  3. Hast Du das Original? Dann gib es doch Leselust zum übersetzen. 🙂

    Ich bewundere Katzen und man kann sich viel von ihnen abschauen, vor allem ihre Gelassenheit.
    Immer wieder interessant sind Begegnungen mit den Unnahbaren. Da lernt man automatisch, sich wie ein Forscher im Urwald zu benehmen.
    Langsame Bewegungen, nicht in die Augen sehen und es ist ein Geschenk, wenn diese Unnahbaren einen irgendwann akzeptieren.

  4. wer googelt findet – sogar mehr als gesucht

    To a Cat

    by Algernon Charles Swinburne
    I
    Stately, kindly, lordly friend,
    Condescend
    Here to sit by me, and turn
    Glorious eyes that smile and burn,
    Golden eyes, love’s lustrous meed,
    On the golden page I read.

    All your wondrous wealth of hair,
    Dark and fair,
    Silken-shaggy, soft and bright
    As the clouds and beams of night,
    Pays my reverent hand’s caress
    Back with friendlier gentleness.

    Dogs may fawn on all and some
    As they come;
    You, a friend of loftier mind,
    Answer friends alone in kind.
    Just your foot upon my hand
    Softly bids it understand.

    Morning round this silent sweet
    Garden-seat
    Sheds its wealth of gathering light,
    Thrills the gradual clouds with might,
    Changes woodland, orchard, heath,
    Lawn, and garden there beneath.

    Fair and dim they gleamed below:
    Now they glow
    Deep as even your sunbright eyes,
    Fair as even the wakening skies.
    Can it not or can it be
    Now that you give thanks to see?

    May not you rejoice as I,
    Seeing the sky
    Change to heaven revealed, and bid
    Earth reveal the heaven it hid
    All night long from stars and moon,
    Now the sun sets all in tune?

    What within you wakes with day
    Who can say?
    All too little may we tell,
    Friends who like each other well,
    What might haply, if we might,
    Bid us read our lives aright.

    II
    Wild on woodland ways your sires
    Flashed like fires:
    Fair as flame and fierce and fleet
    As with wings on wingless feet
    Shone and sprang your mother, free,
    Bright and brave as wind or sea.

    Free and proud and glad as they,
    Here to-day
    Rests or roams their radiant child,
    Vanquished not, but reconciled,
    Free from curb of aught above
    Save the lovely curb of love.

    Love through dreams of souls divine
    Fain would shine
    Round a dawn whose light and song
    Then should right our mutual wrong —
    Speak, and seal the love-lit law
    Sweet Assisi’s seer foresaw.

    Dreams were theirs; yet haply may
    Dawn a day
    When such friends and fellows born,
    Seeing our earth as fair at morn,
    May for wiser love’s sake see
    More of heaven’s deep heart than we.

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