Schäfchenhund sucht Zuhause

Da ich nun etwas mehr über Sheep weiß, wird er auch hier vorgestellt. Mit der Hoffnung, ein für ihn entsprechendes Zuhause zu finden. Wer sich für den kleinen Mann interessiert, der wende sich bitte an die Finca Lucendum: lucendum@web.de

Sheep wurde Anfang Oktober von einer Tierfreundin entdeckt, als er eine Hauptstraße entlang lief, in deren Nähe weit und breit keine Wohnhäuser zu finden sind. Eben typisch plattes Land in einer kargen, spanischen Region. Es gab für diese Frau keine langen Überlegungen, denn so wie Sheep aussah, hatte sich seit vielen Monaten niemand um diesen Hund gekümmert.

Es bedarf keiner Worte, jeder kann sich selbst ausmalen, wie viel Glück oder Verstand Sheep gehabt haben muss, um überhaupt zu überleben.

Nur Sheep weiß, wie lange er unterwegs war, oder ob er kurze Zeit vor seinem Auffinden aus einem Auto geworfen und somit wie eine Tüte Müll entsorgt wurde. Wie auch immer, jetzt ist er in Sicherheit und wird seiner Art gerecht behandelt.

Besagte Tierfreundin wollte Sheep zuerst nach Apadac bringen, wo man sich einigermaßen um ihn hätte kümmern können. Doch brach, durch Aufnahme infizierter Welpen, bei Apadac die meist tödlich verlaufende und Hochansteckende Staupe aus, so dass momentan kein neuer Vierbeiner aufgenommen werden kann. Somit brachte sie Sheep  in eine Tierpension, wo er von seinem stark verfilzten Fell befreit und von einer Tierärztin kastriert wurde. Da eine Pension nicht die Lösung sein kann, war  es nahe liegend, dass Gisela Soeffner und Ralf Neumann kontaktiert wurden, die sich sofort bereit erklärten, diesen geschundenen Hund auf die Finca zu holen.

Er wurde in der Tierklinik San Anton untersucht und es stellte sich heraus, dass dieser Vierbeiner ungefähr acht Jahre alt ist, ihm bereits einige Zähne fehlen und dass er an Leishmaniose erkrankte. Aber was heißt erkrankt? Mittlerweile gibt es unglaublich gute Mittel, die, mit einer Tablette pro Tag, jedem Vierbeiner ein normal langes Leben ohne Beschwerden ermöglichen. Die verursachenden Sandmücken  sind einfach nicht mehr weg zudenken und man kann sich sicher sein, dass unser aller  Zukunft mitsamt dieser Mücken ablaufen wird. Es sei denn, auch dagegen  wird  ein Mittel entdeckt, erforscht oder wie auch immer.

Ralf holte Sheep aus der Klinik und trug ihn auf dem Arm ins Finca Gelände.  Die Hundemeute spielte wie immer  verrückt, war neugierig, wer jetzt schon wieder kommt. Gisela übernahm Sheep und trug ihn im Arm über die Finca, zeigte ihm die Umgebung, ließ die anderen Hunde vorsichtig schnuppern und spürte, wie Sheep sich entspannte.

Nach Stunden versuchte sie ihn in ihr Bett zu legen, aber das wollte Sheep auf keinen Fall. Somit bekam er ein Körbchen, in das er sich verkroch und zwei Tage lang nicht zum Vorschein kam. Gefüttert wurde er in Giselas Schlafzimmer, die Tür wurde zu gesperrt, woraufhin einige Hunde  die Welt nicht mehr verstanden. Seine Geschäfte konnte er im kleinen Garten verrichten, in dem ihn kein anderer störte. Damit war Sheep zufrieden, er legte sich auch hin und wieder in Giselas Bett und schlief sich mit vielen Alpträumen seine Vergangenheit von der Seele.

Und dann kam Duna.

Helle Aufregung ums Tor herum und der kleine Mann schlich vorsichtig aus seinem Körbchen.

Es war ja auch kein anderer Hund in der Nähe und Sheep lugte um die Ecke.

Und was nun geschah ist unbegreiflich.

Er RANNTE zwischen die Meute auf Duna zu.

Diese stand eng an den Zaun gedrückt, vor  Angst erstarrt, Rute bis  an die Nasenspitze, wie eine Statue da.

Sheep war  plötzlich rotzfrech und total Angstfrei, ging mitten durch die Meute auf sie zu.

Duna wusste gar nicht, was sie tun sollte. Sheep in einiger Entfernung stehend, schaute in  ihre Augen.

Sie schienen zu kommunizieren und sie lief nicht weg, als er Zentimeter für Zentimeter näher an sie ran ging.

Das ging über 10 bis 15 Minuten so, und der Rest der Hunde bildete einen Kreis und schaute sich dieses Schauspiel an.

Ab diesem Zeitpunkt war Sheep  Dunas Beschützer.

Er weicht nicht von ihrer Seite, der starke Zwerg von dieser wunderschönen Riesin, die ihrerseits seine Nähe sucht.

Duna sucht nun auch ein Zuhause und ich bin von folgendem   Foto wirklich begeistert. Spiegelt es doch eine unvergleichliche Ruhe wieder, nach einem hektischen Tag, nach Kopfzerbrechen, nach Schmerzen, nach neuem Elend… einfach nur genießen, wie es Duna zeigt:

2 Kommentare zu “Schäfchenhund sucht Zuhause

  1. vielleicht hatte Sheep mal eine Galgohündin als Gefährtin…
    wäre schön ihn noch länger per Bericht und Bilder beobachten zu können. Und sagte ich nicht, dass das ein ganz Niedlicher wird… sieht jetzt schon toll aus.
    Der trägt seinen Kragen aber mit der Würde, wie ein spanischer Adliger des 16. Jhd.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s