Jugendliche und Tierquälerei

Eine Freundin machte mich auf ein Video aus der online-Bild aufmerksam, dort gibt es doch diese Aktion, dass man denen ein besonderes Video, das man im Internet gefunden hat, zuschicken kann und evtl. dafür 20 € bekommt. Meist waren es lustige Videos, dieses nun nicht. Es zeigt, wie ein Mädchen im Alter zwischen zwölf und fünfzehn (?) sieben junge Hundewelpen mit weit ausholenden Bewegungen und sichtlicher Freude an seinem Tun  in den Fluss wirft.
Ich hoffe immer noch, das Video ist nur ein übler, abgefeimter  Trick, aber sieht leider verdammt echt aus.
Nun hat es sich PETA zur Aufgabe gemacht, das Video bis zu seiner Darstellerin zurückzuverfolgen. Ich werde es hier nicht zeigen, ebenso, wie ich ein anderes Video, das in die online-Bildzeitung schaffte nicht zeigen werde, auf dem ein englischer Jugendlicher seinen 7 Monate alten Steff -Terrier mit Tritten  fast zu Tode quält. Er soll übrigens geweint haben, als er bei der Gerichtsverhandlung den Film gesehen hatte…
Tierquälerei und Jugendliche – eine häufige Kombination, die man keineswegs als „Jugendstreich“ abtun sollte, sondern als Anzeichen einer  Entwicklung ins Perverse werten muss, gegen die sich die Gesellschaft vehement  verwahren sollte, um ihre Mitglieder zu schützen. Hier heißt Obacht geben und strafend und therapierend reagieren, das ist am Ende auch Menschenschutz. Deshalb bin ich froh, dass sich die Organisation PETA auch dieses Themas annimmt, das zu oft bagatellisiert wird, aber meist eine Randnotiz bei den widerlichsten Serientäterdelikten ist, ein Meilenstein auf dem Weg zum Mörder .

PETA fordert angemessene Strafe für Igelquäler

Stand: 3. August 2010

Tierquälerei unter Jugendlichen darf nicht bagatellisiert werden

Darmstadt / Gerlingen, 3. August 2010 – In Darmstadt stehen zwei Jugendliche im Verdacht, am Freitag in einem Park in der Innenstadt mit drei Igeln „Fußball“ gespielt zu haben. Die Tiere wurden zunächst als Bälle benutzt, später warfen die Täter mit Gullydeckeln auf sie. Zeugen alarmierten die Polizei, die jetzt gegen zwei 16 und 18 Jahre alte Jugendliche wegen Tierquälerei ermittelt. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. (Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren) lobt die Aufmerksamkeit der Bevölkerung. Gleichzeitig warnt die Organisation davor, derartige Fälle von grausamer Tierquälerei als „Jugendstreich“ abzutun. Mehrere Fallbeispiele sowie die wissenschaftliche Forschung haben mittlerweile bewiesen, dass sich Tierquäler später häufig auch am Menschen vergehen. PETA fordert nun eine gerechte Bestrafung der beiden Täter. Igel werden relativ häufig zum Opfer von Tierquälern, so PETA. Tierquälerei ist ein Straftatbestand gemäß §17 Tierschutzgesetz. In der Vergangenheit konnten bereits ähnliche Vergehen an Igeln durch PETAs Belohnungsaufruf zur Aufklärung kommen. Die Akten dieser Verfahren liegen zum Abruf bereit.

„Wir sind erleichtert, dass die Täter so schnell ermittelt werden konnten“, so Nadja Kutscher von PETA. Die Kampagnenleiterin gibt zu bedenken: „Wenn Kinder oder Jugendlich eine solche Tat begehen und ungestraft damit davon kommen, ist dies gefährlich und höchst bedenklich.“ PETA hofft auf eine Strafe von mindestens 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit pro Täter. Es müsse gewährleistet sein, dass die Jugendlichen über ihre Tat nachdenken; psychologische Betreuung sei ratsam. Psychologen, Gesetzgeber und Pädagogen sind sich mittlerweile einig, dass Gewalttaten an Tieren verstärkt unsere Aufmerksamkeit verlangen. Denn die Hemmschwelle der Gewalttätigkeit wird häufig zuerst beim Tier überschritten. Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält. In der PETA-Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ (http://www.peta.de/staatsanwalt), die für Journalisten, Richter, Staatsanwälte und Polizisten kostenlos zur Verfügung steht, nennt PETA zahlreiche Statistiken und Studien zum Thema.

Interviewkontakt: Nadja Kutscher, Tel. 07156 / 17828-25, Mobil 0176 / 64812091, NadjaK@peta.de
Weitere Informationen: http://www.peta.de/staatsanwalt

2 Kommentare zu “Jugendliche und Tierquälerei

  1. Und wieder wird Tierliebe für eigene Perversitäten vorgeschoben. Das Video, das den Aufhänger für diesen Beitrag ergab, entwickelt ein kriminelles Eigenleben.

    Irgendwo soll im Internet eine Entschuldigung der vermeintlichen Täterin aufgetaucht sein: „Mein Name ist Melanie S. (Name geändert), und ich möchte mich für mein Verhalten entschuldigen.“
    Bevor Name und Kontaktdaten einer 18-jährigen Schülerin aus Bayern veröffentlicht wurde, wurde noch eine Erklärung für das Verhalten abgegeben: „Die Welpen gehörten meiner Großmutter und sie befahl mir, sie loszuwerden.“

    Dann beginnt für die junge Frau der Terror. Ununterbrochen klingelt das Telefon im Elternhaus von Melanie S. Unbekannte aus aller Welt rufen das Mädchen an, drohen ihr – auch damit, sie umzubringen. Dabei handelt es sich bei Melanie S. gar nicht um die „Hundemörderin“. „Das Mädchen auf dem Video ist definitiv nicht Melanie S.“, stellt der Münchner Polizeisprecher Peter Reichl laut Berichten von „Merkur-Online“ klar. „Da gibt es keinen Zweifel“. Und auf der Ansage des Anrufbeantworters betont der Vaters des Mädchens: „Hier hat jemand in böser, ja krimineller Absicht Melanie schaden wollen.“

    Den Artikel selbst kann man hier lesen

    http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/nach-youtube-video-hetzjagd-unschuldige-903287.html

    Ich verstehe nicht, wo diese mordlüsternen Leute ihr Gehirn abgegeben haben, falls sie je eins hatten. Mich graust vor solchen „Tierfreunden“, die eigentlich nur „Menschenhasser“ sind und dankbar jede Möglichkeit nutzen, anderen das Leben zu verderben. Hier in diesem Falle war es so offensichtlich, dass das so gar nicht sein kann…
    Das Mädchen auf dem Video ist übrigens identifiziert, es ist, ein zwölfjähriges Mädchen aus einer Kleinstadt in Bosnien.
    Ich hoffe aber, bei all der Aufregung um das widerliche Kind vergisst man nicht nach dem „Kameramann“ zu suchen. Der da gefilmt hatte, ist genauso schuldig.

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