Perreras

Dem ein oder anderen wird dieses spanische Wort ein Begriff sein.

„La perrera“ heißt übersetzt (lt. Super- Spanisch.de): Die Schinderei, der Zwinger, die Frontarbeit, der Hundezwinger.

Manch einem ist Perrera jedoch kein Begriff und diejenigen möchte ich warnen diesen „Brief“ zu lesen – es sei denn sie sind offen für Tierschutz oder auch für die tatsächlich, täglich  geschehene Tierqual.

Diese Mail erreichte mich, mit der Bitte sie weiter zuleiten. Ich persönlich habe kein Problem damit, da diese Aussage den Tatsachen entspricht, wie ich selber erleben konnte. Die Hintergründe erfährt ein Aussenstehender nie, deshalb ist diese Mail weiterverbreitungswürdig und sollte auch von Menschen gelesen werden, die es ablehnen, dass  ein vorab untersuchter, geimpfter Hund (oder Katze) nach Deutschland in eine überprüfte Pflegestelle gebracht und von dort aus vermittelt wird (wenn nicht vorab bereits geschehen).

Ich stelle das ein, auch weil ein Vergleich hergestellt werden kann, was Deutschlands Tierheime (wie z.B. Berlin) und Spaniens „Tierheime“ anbelangt. Ich sage nicht, dass sich Tiere in Deutschlands Tierheimen wohlfühlen; das  sollte  immer als allerletzte Notlösung in Betracht gezogen werden.

Doch werden hier die Tiere nicht getötet oder eine gewisse Frist lang in winzigen Käfigen gehalten, wo sie kaum  bis kein Futter bekommen, damit möglichst wenig  Arbeit für die „Pfleger“ anfällt.

Wir haben diesen Brief erhalten, er stammt von einem Angestellten einer Perrera und möchten Ihn gern übersetzt zur Verfügung stellen.


Vielen Dank für die Zeit, die Ihr Euch nehmt  um seine Zeilen zu lesen. Hut ab, Jazz, Danke für Deine Worte! Sie haben mich sehr bewegt und ich habe Deinen Brief sehr gerne übersetzt. Constanze Schöttler, 1. Vorsitzende von Perros de Catalunya e.V.


Brief von einem Arbeitnehmer aus einer Perrera

Ich glaube, unsere Gesellschaft braucht ein Weckruf. Als Leiter einer Perrera werde ich was mit Euch teilen … ein Blick von „innen“, wenn Ihr mir erlaubt.

Zunächst an alle Züchter und Verkäufer von Hunden, Ihr solltet zumindest einen Tag in einer Perrera arbeiten. Wenn Ihr vielleicht den traurigen, verlorenen Blick in den Augen der Hunde seht, würdet Ihr Eure Meinung ändern und nicht an Menschen verkaufen, die ihr gar nicht kennt. Gerade diese Welpen könnten am Ende in meiner Perrera landen,  wenn er nicht mehr ein süsses Hundebaby ist. Wie würdet Ihr euch fühlen, wenn Ihr wüsstet, dass es eine 90%ige Chance besteht, dass dieser Hund nie mehr aus dem Zwinger kommt, wenn er erstmal hier landet? 50% der Hunde, die hier abgegeben werden oder verirrt rum laufen sind reinrassige Tiere.

Hier die häufigsten Ausreden die ich höre, sind:

„Wir sind umgezogen und ich kann unseren Hund / unsere Katze nicht mitnehmen.“ Wirklich? Wohin ziehen Sie denn und warum suchen Sie sich nicht eine Wohnung oder ein Haus in dem sie mit ihrem Tier leben können?

“ Der Hund wurde grösser, als wir dachten.“ Und was dachten Sie denn wie gross ein deutscher Schäferhund wird????

„Ich habe keine Zeit mehr für das Tier“. Wirklich? Ich arbeite 10 oder 12 Stunden am Tag und ich habe immer noch Zeit für meine 6 Hunde.

„Er zerstört meinen ganzen Garten “ Also, warum haben Sie ihn nicht im Haus mit der Familie?

Dann sagen sie immer: „Wir wollen nicht nerven und darauf beharren, dass Sie ihm ein gutes Zuhause suchen, denn wir wissen, dass sie ihn adoptieren werden, er ist nämlich ein guter Hund. Das Traurige daran ist, dass Dein Haustier nicht adoptiert wird und weißt Du, wie stressig es in einem Zwinger ist? Nun, lass es mich Dir mal erklären:

Dein Tier hat 72 Stunden Zeit eine neue Familie zu finden. Manchmal ein wenig länger, wenn die Zwinger nicht so voll sind und er völlig gesund bleibt. Wenn Dein Tier sich erkältet, stirbt es.

Die Katzen sehen ihrem sicheren Tod entgegen.

Dein Haustier wird in einen kleinen Käfig eingesperrt, umgeben vom lauten Bellen und Schreien von 25 anderen Tieren.

Dein Haustier wird weinen und deprimiert sein und auf seine Familie warten, die ihn verlassen hat. Wenn Dein Tier Glück hat und es genügend Freiwillige gibt, könnte es sein, dass er mal ausgeführt wird. Wenn nicht, wird Dein Haustier keinerlei Aufmerksamkeit erhalten, abgesehen von einem Teller mit Essen welcher unter die Zwinger geschoben wird und eine Dusche mit Wasser, um die Exkremente raus zu spülen.

Wenn Dein Hund groß, schwarz oder einer Kampfhundrasse  (Pit Bull, Dogge …) angehört hast Du ihn in den sicheren Tod geführt in dem Augenblick in dem Du mit ihm durch die Tür gekommen bist. Diese Hunde werden in der Regel nicht angenommen. Egal wie „süss“ oder wie „trainiert“ er ist.

Wenn Dein Hund nicht in den 72 Stunden adoptiert wird und die Perrera voll ist wird er sterben.

Wenn die Perrera nicht voll ist und Dein Hund attraktiv und süss ist, kann man möglicherweise seine Hinrichtung verzögern, aber nicht für lange.

Die meisten Hunde werden sofort umgebracht, wenn sie sich aggressiv zeigen, aber selbst der ruhigste Hund kann solch ein Verhalten zeigen, wenn er eingesperrt wird und die Veränderungen seines Umfeldes nicht verträgt.

Wenn Dein Hund sich mit Zwingerhusten infiziert (Canine infektiöse Tracheobronchitis) oder einer anderen Infektionen der Atemwege, wird er unverzüglich getötet, einfach weil wir keine Ressourcen haben, um Therapien in Höhe von 150,– € zu bezahlen.

Und nun möchte ich Euch was über die Euthanasie schreiben für all die, die noch nie erlebt haben, wie ein vollkommen gesundes Tier umgebracht wird:

Als erstes werden die Hunde mit einer Leine aus ihrem Zwinger geholt, sie denken, dass sie spazieren gehen werden und wedeln mit dem Schwanz.

Bis wir in „den Raum“ kommen, dort bremst jeder Hund ab. Ich bin davon überzeugt, dass sie den Tod und alle verlorenen Seelen riechen, die dort sterben mussten. Es ist seltsam, aber es passiert mit jedem von ihnen.

Dein Hund oder deine Katze wird von 1-2 Menschen gehalten, je nachdem wie nervös oder grösser das Tier ist.  Dann wird jemand von der Verwaltung oder ein Tierarzt den Sterbeprozess einleiten. Es wird eine Ader in ihrem Vorderbein gesucht eine Dosis einer „pinken Substanz“ injiziert. Hoffentlich ist Dein Haustier nicht scheu, wenn es von mehreren gehalten wird. Ich habe Hunde gesehen, die sich die Kanüle raus gerissen haben und in ihrem Blut gebadet haben, begleitet von lauten Weinen und Schreien. Viele schlafen nicht einfach ein, sie krampfen und ringen nach Luft und koten sich ein.

Wenn alles fertig ist, wird Dein Tier wie ein Stück Holz gestapelt auf die anderen Hunde, die schon in der Gefriertruhe liegen, um darauf zu warten wie Abfall abgeholt zu werden. Was passiert als nächstes? Wird es eingeäschert oder begraben? Wird es als Tierfutter verarbeitet? Du wirst es nicht erfahren, aber es war ja nur ein Tier und Du kannst Dir ja jederzeit ein Neues holen, richtig?

Ich hoffe, wenn Du bis hierher gelesen hast, dass sich Deine Augen getrübt haben und Dir die Bilder nicht aus dem Kopf gehen, denn ich sehe sie jeden Tag, wenn ich nach Hause komme von der Arbeit.

Ich hasse meinen Job, ich hasse es dass es ihn Überhaupt gibt und ich hasse es zu wissen, dass es ihn weiterhin geben wird, wenn ihr Euch nicht ändert.

Zwischen 9 und 11 Millionen Tiere sterben weltweit jeden Tag in den Perreras und nur Du kannst das stoppen. Ich mache alles mögliche, um jedes Leben zu retten, aber die Tierheime sind immer voll und jeden Tag gibt es mehr Tiere die rein kommen als die die raus dürfen.

Bitte züchte oder kaufe nicht, solange Hunde in den Perreras sterben.

Hasse mich, wenn Du möchtest. Die Wahrheit tut immer weh und das ist nun mal die Realität. Ich hoffe nur, dass ich mit diesem Brief die Menschen erreichen kann, die züchten, ihre Tiere aussetzen oder wahllos kaufen.

Ich wünschte, jemand würde zu mir auf die Arbeit kommen und sagen: „Ich habe ihren Brief gelesen und möchte ein Tier adoptieren“. Dann hätte sich alles gelohnt.

Bitte, wenn Du möchtest, dass sich das ändert, verteile meinen Brief großzügig.

Jazz M. Onster.

—Constanze Schöttler

1. Vorsitzende des Vereins

Perros de Catalunya e.V.

http://www.perros-de-catalunya.de

Tel.: 05631-505852 oder

Handy 0163-2566117

3 Kommentare zu “Perreras

  1. Jedenfalls, ganz wichtig ist der Aufruf:
    Züchtet oder kauft nicht, solange die Perreras ( bzw. Tierheime) noch voll sind! Ergänzt sollte werden, weil es ja so gemeint ist: Nehmt statt dessen einen Hund von dort bei Euch auf!

    Wird das reichen, dass Menschen ihr Verhalten gegen ihre Tiere ändern?
    In einem Land, in dem es nach Ende der Jagdsaison noch immer vorkommt, dass der Besitzer seinen Hund erhängt, weil er nicht gut genug war, um bis zur nächsten Saison durchgefüttert zu werden? Nicht mal erschießt, denn eine Patrone kostet Geld, aber auch nur so, aus Spass …
    http://progalgospain.wordpress.com/2010/02/23/perro-ahorcado-en-banyeres-d-penedes-catalunya/
    Vielleicht, dass die Einstellung der Gesellschaft sich ändert, wenn die Verantwortung des Einzelnen am Schicksal des Tieres sichtbar gemacht wird, er in seinem Egoismus denunziert wird. Via Filmaufnahme, wie der Hund von seinem Besitzer abgegeben wird, wie der Hund im Käfig leidet, wie der Hund getötet wird – immer in Verbindung mit dem Gesicht des nun ehemaligen Hundehalters.
    Geht natürlich nicht, weil eben Denunziation. Aber trotzdem muss das Bewusstsein der Leute für ihre Verantwortung an dem Tierelend noch weit mehr angesprochen werden, als durch eine email, eine tägliche Erinnerung vielleicht, da wären diese Spamprogramme mal sinnvoll eingesetzt.

    Die Einstellung zum Tier ist übrigens der Grund, warum ich aus Prinzip nicht in Spanien Urlaub mache, so schön es da sonst sein mag. Aber ich anerkenne, dass sich diese Einstellung langsam ändert. Für mich jedoch noch zu langsam, meine Nerven halten das nur schwer aus.

  2. Was die brutale Entsorgung unbrauchbarer Jagd oder Rennhunde anbelangt, steht Irland dem in nichts nach.

    Ich denke, man kann jedes Land nennen, wo Tiere immer noch als Sache bis Unrat ge – und behandelt werden. In Deutschland sind es die unendlich vielen, wild lebenden Katzen. Hier wird unauffällig vergiftet oder gleich ertränkt. Hat auch etwas mit „Denken können“ zu tun, aber warum sich über eine Sache Gedanken machen?
    Was ist mit Kälbern, Puten, Hühnern, Rindern, Schweinen? Bis sich konkret etwas ändert, dauert es auch hier noch eine Ewigkeit.
    Aufmerksam gemacht wird inzwischen ohne Ende, was sehr positiv ist!

    Was die Perreras anbelangt, so ist auch das eine Geldfrage, wo Bürgermeister usw. ihre Finger im Spiel haben. Es müsste nicht so sein, wie es ist (meine Meinung).
    Eine tägliche Erinnerung an diesen Wahnsinn wäre gut, das müsste im besten Fall im Fernsehen gezeigt werden. Wie vor knapp dreißig Jahren, als Horst Stern sich nicht scheute Tatsachen zu verfilmen: Hirnlose Robbenschlächter am Werk, bis hin zum Massaker an Krokodilen, die anschließend zu feinen Handtäschchen verarbeitet werden. Auch wenn es vielleicht nicht viele gesehen haben, nicht ansehen konnten, aber Horst Stern konnte eine Menge dadurch bewirken.

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