wie sich jemand die Zukunft verdirbt

Mittlerweile wird  dank Privatfernsehsender  fast jeder mitbekommen haben, wie hinterhältig sich eine ältere Frau in Coventry zeigte.  Dumm für sie, dass sie dabei von einer Überwachungskamera erfasst wurde. Nun ist die Dame identifiziert, sie ist eine 50jährige Bankangestellte (bei RTL 45 ) namens Mary Bale, die diese Aktion für  lustig hielt. Zwar haben Engländer bekanntlich einen eigenen Humor, aber darüber konnten die haustierlieben Insulaner dann doch nicht lachen.

Ich will mich nicht weiter über diese dumme Frau auslassen, ich denke mal, an ihrem Bankschalter werden sich kaum noch Kunden anstellen und ob ihre Nachbarn sie noch grüßen werden, wage ich auch zu bezweifeln.
Mich interessiert der psychologische Aspekt, inwieweit ein Augenblick der Schadenfreude, weil man einem Lebewesen freundliche Absicht vorspielte, um das Vertrauen zu missbrauchen und ihm etwas schlechtes zu tun solch einem Menschen Zufriedenheit vermittelt und wozu der das braucht. Fühlte sich die Misses als letzter Arsch auf Arbeit – dann vermutlich zu recht – und musste ihre geistige Überlegenheit an dem Tier erproben, hatte sie es satt, den ganzen Tag freundlich zu Kunden zu sein und musste zum Ausgleich widerlich werden?

Wie auch immer, sie hat in diesem Fall sich dank der Kamera selbst mehr geschadet als dem Tier und  damit  angeekeltes Mitleid verdient.
In den Reaktionen manch empörter „Tierfreunde“ lese ich eigentlich die selbe persönliche Frustration, die ich der englischen Dame unterstelle. Wenn die Welt so voll mit überzeugten Tierrechtlern und Tierschützern ist, die bis zum letzten gehen würden,  frage ich mich, warum die Futterstellenversorger solche Probleme mit ihren Futterstellen haben und warum Tierheime diesen unheimlichen Katzenreichtum vorweisen. Hier wären die freundlichen Gefühle für Tiere doch in bessere Kanäle gelenkt als sie im Schreiben von Morddrohungen auszuleben. Aber so wichtig ist es dann doch nicht, oder?

3 Kommentare zu “wie sich jemand die Zukunft verdirbt

  1. Macht eigentlich den Eindruck von „Versteckte Kamera“, aber es gibt nichts, was es nicht gibt.
    Von daher sollte es für jeden Tierfreund zur Routine werden, speziell auf Raststätten, bei einer Pause, in die dortigen Mülltonnen zu sehen.
    Ein seit langem beliebtes, anonymes „Entsorgungsgefäß“, nicht nur im Ausland und nicht nur zur Urlaubszeit.

  2. na ja, nur dass sich die Beiträge der „versteckten Kamera“ dann mit einem Lachen auflösen lassen, hier diese Überwachungskamera löste aber für die, zugegeben, dämliche Frau eine Katastrophe aus.

    Und wie Du schreibst, es gibt ständig das Problem, dass Leute den Nachwuchs ihrer Katzen so entsorgen – im echten Müll, der von Müllpressautos abgeholt wird. Wenn die „Rächer der Katzen“ die alle umbringen wollten, hätten sie viel zu tun. Ist einfach der falsche Ansatz mit dem Thema umzugehen und nutzt den Tieren – gar nichts.

  3. Mary B.wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, das Gericht berücksichtigte bei dieser Straffestsetzung die gesellschaftliche Ächtung, die sie seit dem zu ertragen hat.
    Ich kann damit gut leben und wünschte mir nur, dass allen Tierquälern gesellschaftliche Ächtung widerfährt.

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