Memorandum für meinen Strolch

Nun ist er tot, der kleine große Hund, der mich über acht Jahre begleitete.Was mir bleibt ist Erinnerung, aber die Bilder der letzten Zeit sind noch zu stark im Gedächtnis, um mich darin ergehen zu können.

Mein Strolch wurde 15 Jahre alt und ich hatte ihn aus dem Berliner Tierheim geholt. Schon dort zeigte sich, dass er nicht so war, wie ich mir meinen Hund gewünscht hätte und doch hat er von Anfang an mein Herz erobert, weil er so war wie er war, eine kleiner Kröterich, der vertrauensvoll auf mich fixiert war. Gemeinsam machten wir lange Spaziergänge, mit ihm habe ich mir viel Zeit für mich nehmen können und dadurch eine Zeit, in der es mir nicht gut ging, überstanden.
Strolch war herzkrank und bekam Tabletten. Das ging lange gut, doch in diesem Jahr hat sich sein Gesundheitszustand sehr verschlechtert. Er hatte viele Tage, an denen er kaum eine Pfote vor die andere setzen konnte, Medikamente brachten keine Besserung mehr, er stand morgens nicht mehr auf, er konnte sich nicht mehr freuen, wenn ihm liebe Menschen zu Besuch kamen; er wurde sehr mager obwohl er fraß.
Die Herzinsuffizienz hatte das 6. und letzte Stadium erreicht.

Es tat weh, den Hund so leiden zu sehen und da sich mein Wunsch, mit dem ich jeden Abend zu Bett ging nicht erfüllte, – dass der Schlaf für ihn nicht enden wird und ich ihn morgens tot in seinem Körbchen finde – musste ich den schweren Schritt gehen und den Tierarzt bitten ihn zu erlösen.
Ich bin traurig – und ich bin froh das gemacht zu haben. Er schlief ganz friedlich in meinem Armen ein, für die zweite, entscheidende Spritze wurde ich kurz hinaus geschickt und danach lag er da, friedlich, entspannt, von seinem Leiden erlöst.

2 Kommentare zu “Memorandum für meinen Strolch

  1. Ich sitze hier im Büro und haben einen fetten Kloß im Hals 😥 Es tut mir so leid, aber es war der einzig richtige Weg, denn kein Tier soll leiden!
    Ich weiss wie schwer dieser Schritt ist, denn auch ich musste ich schon viele male mit geliebten Tieren gehen.
    Strolch geht es jetzt gut und er wird dich nie vergessen, genausowenig wie du ihn.
    Fühl dich mal ganz doll gedrückt!
    Ganz liebe Grüße,
    Sylvia & Rasselbande

  2. Danke Sylvia, ich sehe das auch so, es war der einzig richtige Weg. Und weil die Entscheidung so schwer war, habe ich das hier berichtet, in der Hoffnung, dass andere, die das lesen, falls sie mal vor so einer Situation stehen, wissen, dass es eine Entscheidung dem Tier zuliebe ist.

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