zur Abwechslung – ein Gedicht von Rilke

Taube, die draußen blieb

R.M. Rilke

Taube, die draußen blieb _____ außer dem Taubenschlag,

wieder in Kreis und Haus, _____ einzig der Nacht, dem Tag,

weiß sie die Heimlichkeit, _____ wenn sich der Einbezug

fremdester Schrecken schmiegt _____ in den gefühlten Flug.

Unter den Tauben, die _____ allergeschonteste,

niemals gefährdetste, _____ kennt nicht die Zärtlichkeit;

wiedererholtes Herz _____ ist das bewohnteste:

freier durch Widerruf _____ freut sich die Fähigkeit.

Ein Kommentar zu “zur Abwechslung – ein Gedicht von Rilke

  1. Auch wenn in diesem tiefen Rilkegedicht die Taube nur als Symbol gedacht ist, ist doch das Bedürfnis nach Geborgenheit des Heimes und der Gruppe/Familie berührend und auch auf Tauben zutreffend. Es ist vielleicht kein Gedicht, dass sofort tierschützerische Gedanken auf den Plan ruft, wie so manches in Brutalreim und holpernder Metrik in dieser Absicht gebautes Gedicht, aber wenn man es in Ruhe liest und nachklingen lässt, schenkt es einem viel mehr und die Tauben kommen auch zu ihrem Recht.

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