gegen die Taubenplage in der Stadt

Berlin will die Tauben aus der Innenstadt locken, berichtet heute der Tagesspiegel.

Mit Taubenschlägen will man künftig die rund 50.000 Stadttauben aus dem Zentrum locken. Der erste Verschlag  wird  in Berlin-Reinickendorf heute begonnen, so sei die Aussage vom Tierschutzbeauftragten des Senates, Klaus Lüdcke.
Das Ziel der Aktion ist, die Tauben dorthin zu locken, sie zu füttern, kranke oder verletzte Vögel zu behandeln und dort von ihnen gelegte Eier gegen Toneier auszutauschen, um die Population zu vermindern.
Langfristig wird erhofft, so die Zahl der Tauben in Berlin auf ein „stadtverträgliches Maß“ zu bringen. Dem Taubenschlag in Reinickendorf sollen noch weitere folgen.

Lüdcke soll seiner Hoffnung Ausdruck gegeben haben, dass Anwohner dann aufhörten, die Tauben zu füttern, wenn sie in den neuen Verschlägen offiziell gefüttert werden.

Ich begrüße die Aktion –  kontrollierte Nistmöglichkeiten in z. Bsp. großen Parkanlagen mit Austausch der Eier, meiner Meinung nach die einzigste Möglichkeit, die Population zu verringern und einen gesunden Tierbestand zu gewähren.
Dass Leute aufhören, die Tauben zu füttern, weil sie schon anderweitig versorgt werden glaube ich allerdings nicht.
Sie werden damit aufhören, wenn Tauben nicht mehr in größerer Zahl an einem Ort auftauchen und nach Futter suchen, wenn sie deshalb aus ihrem Bewusstsein verschwunden sind.
Tauben- oder Entenfüttern hat eine soziale Komponente, es ist für die Leute eine Möglichkeit miteinander zu kommunizieren, mit ihren kleinen Kindern etwas zu unternehmen oder  nur/ und mit Tieren in Kontakt zu treten. Das Füttern macht den Leuten Freude ohne Mühe, dass es den Tieren  sogar schadet, wird da ganz bewusst ausgeblendet, weil das eigene Bedürfnis nach einer solchen Nähe groß ist.

Ich hoffe nur, Berlin ist finanziell potent genug um diese Aktion auch jahrelang so zu betreiben, dass sie tierrechtlich und ökonomisch durchführbar bleibt.
Man könnte sich vielleicht an besonders taubengeplagte Unternehmen wenden und um finanzielle Unterstützung bitten. Nehmen wir nur die Bahn, was denen die Richtungsanzeiger auf bestimmten Bahnhöfen vollgeschissen werden, trotz Abweiser, ist nicht schön anzusehen und wird denen auch Kosten verursachen. Somit ist eine solche Taubenumsiedlung durchaus in deren Sinn und könnte finanziell mitgetragen werden.
Auch sollten Brieftaubensportler bei jeder ihrer Veranstaltungen gemäß dem Verursacherprinzip  einen Stadttauben-Obolus entrichten, denn ihre verflogenen Tauben vergrößern regelmäßig das Heer der Stadttauben.

2 Kommentare zu “gegen die Taubenplage in der Stadt

  1. in einem mir etwas unangenehmen Tenor berichtet die BZ-online über dieses Vorhaben

    http://www.bz-berlin.de/bezirk/reinickendorf/hartz-iv-empfaenger-sollen-tauben-fuettern-article938630.html?service=print

    Kot-Kommissar wird dieser Job doch hoffentlich nicht heißen und in dem Zusammenhang auf Hartz4 herumzureiten als wäre es eine etnische Zugehörigkeit finde ich unangebracht. Jedoch hätte man die Schaffung von sinnvollen Beschäftigungsmöglichkeiten im Tierschutz betonen können.
    Durch diese Berichterstattung erschließt sich mir noch nicht, ob es sich hier um eine nachhaltige Schaffung von Arbeitsplätzen oder um Beschäftigungsmaßnahmen oder 1€-Jobs handelt. Werde ich versuchen zu klären…

    • ohh, wow, ich bin beeindruckt. Gestern hatte ich dem Dr. Lüdcke eine Anfrage wegen der geplanten Taubenschlägen geschickt und heute hatte ich schon die Antwort. Die Betreuung der Taubenschläge erfolgt über Beschäftigungsmaßnahmen.Leider hat man mir nicht verraten, wie die Stelle dann heißt.
      Egal, Beschäftigungsmaßnahme, das bedeutet dann, gut ein Jahr Arbeit für Menschen ohne Arbeit, wenn sie Glück haben, mit Verlängerung der Maßnahme (da hofft ja fast jeder Arbeitslose drauf, der nichts anderes gefunden hat).
      Ich finde solche Maßnahmen ganz sinnvoll, den Leuten, die ich kenne und die wegen Jobmangel in einer Beschäftigungsmaßnahme waren, ging es dadurch psychisch besser, auch wenn nicht jeder von dem Sinn seiner Tätigkeit überzeugt war. Das wird hier ja anders sein, hier schreit alles geradezu: „Sinnvoll“.

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